← Zur Startseite← Alle Veranstaltungen← Göttingen, Stadt

„Wir waren Sklaven ohne Rechte. Uns konnten sie schlagen und hungern lassen.“ Zwangsarbeitende aus der Sowjetunion in Südniedersachsen | Eine Führung durch die Ausstellung

Sonntag, 01. November 2026, 13:30 Uhr – 15:00 Uhr · Kultur/TheaterTermin speichern | „Wir waren Sklaven ohne Rechte. Uns konnten sie schlagen und hungern lassen.“ Zwangsarbeitende aus der Sowjetunion in Südniedersachsen | Eine Führung durch die Ausstellung

Eine Führung durch die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit“ mit Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung Das Zitat in der Überschrift stammt von Nikolai Timofejewitsch Subanj, der im September 1942 als 17-Jähriger aus der Ukraine nach Güntersen bei Göttingen zur Zwangsarbeit verschleppt wurde. Er war einer von mehr als 2,7 Millionen Menschen aus der damaligen Sowjetunion, die zwischen 1941 und 1944 im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten. Die meisten kamen wie er aus der Ukraine. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 radikalisierte sich die Zwangsarbeiter*innen-Politik des NS-Regimes. Den Nationalsozialisten war klar geworden, dass von einem „Blitzkrieg“ keine Rede mehr sein konnte: Der Krieg würde wesentlich länger dauern als geplant. Um die (Kriegs-)Wirtschaft in Deutschland aufrechtzuerhalten, würden deshalb wesentlich mehr Zwangsarbeitende gebraucht. Ende Oktober 1941, also vor 85 Jahren, stimmte Adolf Hitler dem massenhaften Arbeitseinsatz von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilist*innen im Deutschen Reich zu. Zuvor hatte er aus rassistischen Gründen massive Vorbehalte, Menschen aus der Sowjetunion im Deutschen Reich einzusetzen. Ganze Dörfer wurden verschleppt, es kam zu groß angelegten Menschenjagden. Für die sogenannten „Ostarbeiter“ – etwa die Hälfte waren Frauen – galten diskriminierende Sonderregelungen und eine Kennzeichnungspflicht. Im Mittelpunkt der Führung stehen sowjetische Zwangsarbeitende, die in südniedersächsischen Betrieben arbeiten mussten. Anhand ihrer Geschichten wird gezeigt, wie im Zuge des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion Millionen von Menschen ins Deutsche Reich verschleppt wurden – und was das für die Betroffenen bedeutete. Für Besucher*innen ist die Ausstellung außerdem von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet

Veranstalter
Göttingen Marketing GmbH
Ort
Markt 9, 37073 Göttingen
Eintritt
Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Website
http://zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu/

Quelle: Arndt Kohlmann, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)