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Stellichte, Gut Stellichte 1, Gutskapelle

Kirche · Einzeldenkmal · Walsrode, Stadt

Dreijochiger Saalbau mit 3/8-Chorschluss und eingezogenem Westturm, alles in Backstein mit abgestuften Strebepfeilern, das Schiffdach ziegelgedeckt, der Turm mit einem verschieferten Dachreiteraufsatz. Die zweibahnigen Unterteilungen der Rundbogenfenster und die Portale aus Sandstein. Portal reich verziert mit freistehenden ionisierenden Säulen, in den seitlichen Figurennischen Petrus und Paulus, auf den Schrägen des gesprengten Dreiecksgiebels weibliche Figuren, dazwischen Wappen der Familie v. Behr. Das rundbogige Portal von Zierquadern eingefasst, im Scheitel ein geflügelter Engelskopf. Wasserspeier. Erbaut 1608-1614 (i) als Gutskapelle des Gutes Stellichte im Auftrag der Familie v. Behr; 1901 behutsame Renovierung durch K. Mohrmann, Hannover. Der Innenraum geprägt durch die prachtvolle Ausstattung aus der Erbauungszeit mit einer hölzernen Kassettendecke mit geometrischen Mustern, darin eingestreut geflügelte Engelsköpfe und Rosetten. Der Fußboden im Chor mit gelb und grün glasierten Fliesen belegt, im Schiff rote Platten mit eingetieften Rosetten. Der erhöhte Altarraum durch eine Chorschranke mit durchbrochenen Brüstungen aus Holz vom Gemeinderaum abgegrenzt, der mittlere Treppenzugang von einem großen Kielbogen mit vollplastischer Triumphkreuzgruppe gerahmt. Ädikulagerahmtes Altarretabel mit Gemälden von 1610 (i), auch hier die Wappen der v. Behr und v. Bothmer integriert. - Rechteckige Taufe aus Holz um 1610, an den abgeschrägten Ecken Karyatidenmotive, kronenartiger Deckel. - Reich oramentierte, architektonisch gegliederte Kanzel mit Treppenaufgang und Schalldeckel, letzterer mit hohem, filigran gearbeiteten Aufbau.- Patronatsgestühl beidseits des Altars 1610. - Auf der kleinen Westempore Orgel mit prächtig bemaltem Prospekt dat. 1610, von dem Orgelbauer M.Marten de Mare (bez.), 1986/87 restauriert und das Werk rekonstruiert. - In Renaissancerahmen ,,Geißelung Christi", Ölgemälde 17. Jh., stark nachgedunkelt. Epitaphe für: 1. Theodor v. Behr (+1633) und seine Frau Elsa Magdalena v. Bothmer (+1607) und Dorothea Assenburg, der Ädikularahmen mit Beschlagwerk dat. 1615; 2. Spork v. Moltzen (+1637), ovales Mittelbild mit ,,Auferweckung der Toten"; 3. v. Behr / v. Weichelt 1.H. 17. Jh., großes Gemälde ,,Auferstehung Christi", gerahmt von Ornamentfries mit Engelsköpfen. Weitere kleine Epitaphe 17. Jh. - Grabplatte aus farbig gefaßtem Sandstein eines Herrn v. Behr (+1585), in Rundbogenarkade der Tote in Rüstung

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Stellichte
Adresse
Gut Stellichte 1
Gemarkung
Stellichte

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)