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Varel, Stadt, Schloßplatz 3, Schlosskirche, ev.-luth.

Kirche · Einzeldenkmal · Varel, Stadt

Granitquaderkirche über kreuzförmigem Grundriss (lateinisches Kreuz). Dreigeschossiger Westriegel, Obergeschosse in Backsteinbauweise mit Lisenen- und Rundbogengliederung. Ursprüngliche Doppelturmanlage unter Walmdach mit Dachreiter zusammengefasst (um 1660, heutige Gestalt 1737). Zugang über Rundbogenportal mit Sandsteinrahmung, weitere Rundbogenportale in den Querhäusern, gerader Chorabschluss. Satteldächer mit Dachreiter über der Vierung.
Dreijochige Turmhalle mit darüberliegender gewölbter Turmloge. Dreijochiges Kirchenschiff mit Dominikalgewölbe auf Wandvorlagen – Schild- und Gurtbögen. Quadratische Joche in Querhaus und Chor mit Dominikalgewölbe bzw. gebusten Gewölbekappen. Unter dem Chor um 1660 Einbau einer Gruftanlage, Prunksärge aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Ausstattung
Von der spätmittelalterlichen Ausstattung haben sich Gewölbemalereien im Chor (Weltenrichter mit Stifterfiguren) und eine Darstellung der Kreuzigung in der Vierung erhalten. Die Hauptstücke Altar, Taufe, Kanzel und Orgelgehäuse stammen von Ludwig Münstermann: Der Altar (1614) besitzt ein viergeschossiges Retabel aus Eichenholz mit Darstellungen von Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt; reich dekoriert mit Statuetten, Ornamenten und Reliefs aus Alabaster, Ornamente aus Roll- und Beschlagwerk – Knorpelstil und Grotesken. Kanzel (1613): polygonaler Kanzelkorb mit Darstellungen der Tugenden, Engelsfigur mit Kirchenmodell auf dem Schalldeckel; im 18. Jahrhundert umgesetzt, dabei Balusterfuß hinzugefügt. Taufstein mit Deckel (1618) in Form eines Sandsteinkelchs mit Figuren und Ornamenten aus Alabaster.
Kreuzigungsgemälde nach Rubens aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Varel-Stadt
Adresse
Schloßplatz 3
Gemarkung
Varel-Stadt

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)