Springe, Stadt, Am Gut, St. Martins-Kirche
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Die von Eduard Wendebourg entworfene und 1907 fertiggestellte St. Martin-Kirche befindet sich am nördlichen Rand des Rittergutes auf der Grünfläche eines kleinen, seit 1874 aufgelassenen Kirchhofs, der an der Straße durch eine steinerne Einfriedung und an den anderen Seiten von Wirtschaftsgebäuden begrenzt ist. Die Staffelhalle auf kreuzförmigem Grundriss unter Satteldach ist im Osten durch einen Choranbau mit geradem Schluss erweitert, die Querhausflügel treten nur gering aus der Flucht des Langhauses hervor. Der Turm an der Westseite auf eingezogenem quadratischem Grundriss ist durch ein schlankes Pyramidendach bekrönt, dessen acht Seiten vier Giebel über den Schallluken bilden, in denen sich jeweils ein Uhrenziffernblatt befindet. In den von Chor, Querhaus und Turm gebildeten Winkeln befinden sich kleinere Anbauten für die Sakristei und Ein- bzw. Emporenaufgänge, Räume unterhalb der Kirche dienen als Grablege der Familie v. Bennigsen. Die äußere Mauerschale ist aus grob bossierten Kalksteinquadern, Gliederungselemente wie Fenster oder Eckquaderungen in hellem Sandstein sind zum Teil aufwendig verziert. Die Lage großer spitzbogiger Fenster über kleineren Fenstern mit rechteckiger Einfassung lässt von außen auf die Anlage der Empore schließen, die sich im Inneren über das westliche Langhaus und den südlichen Querhausflügel erstreckt. Das kreuzgratgewölbte Langhaus ist durch kräftige Pfeiler auf quadratischem Grundriss in ein breites Mittelschiff und schmale Seitenschiffe geteilt. Das ebenfalls breite aber gering ausladende Querhaus unterstützt zusätzlich die im protestantischen Kirchenbau übliche Zentralisierung des Andachtsraums. Der umgehbare Altar im dreistufig erhöhten Chor ist auf der steinernen Mensa mit hölzernem Retabel und Kommunionsschranken in mittelalterlichen Formen ausgestattet. Der hölzerne neugotische Korb der seitlich im Winkel von Chor und Querhaus aufgestellten Kanzel steht erhöht auf einem Sandsteinpfeiler mit vier kleinen eingestellten Säulen. Auch die Taufe im nördlichen Querhaus ist pfeilerartig aus Sandstein aufgebaut, sie ist an den Seiten mit allegorischen Reliefs der vier Paradiesflüsse verziert. Bauzeitlich sind auch das Gestühl, die Orgel auf der Westempore und die bunten Verglasungen der großen Fenster. Auf der südlichen Patronatsempore befindet sich aus der Grablege des Vorgängerbaus u. a. der barocke Prunksarg von Jacob Franz v. Bennigsen (1654–1731). Die farbigen Dekorationen der hell geputzten Wände sind eine 1979/80 ausgeführte Erneuerung der ursprünglichen Ausmalung.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Bennigsen
- Adresse
- Am Gut
- Gemarkung
- Bennigsen
ÖPNV in der Nähe
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)