Niedermoor / Lehmgrube

Durch Lehmabgrabungen für die Flechtwerkwände der Goldbecker Fachwerkhäuser entstand im 16.-19. Jahrhundert eine Bodensenke, die sich mit Wasser füllte und heute das Naturschutzgebiet Goldbecker Niedermoor mit zahlreichen Binsen und Seggenarten bildet. Im Frühjahr findet man hier einen ungewöhnlich dichten Bestand an Sumpfdotterblumen. Bis zum 19. Jahrhundert dienten die Tümpel des Moorgebiets auch im Rahmen der Leinherstellung als sogenannte „Flachsrotte“. In ihnen weichte man die geernteten Flachspflanzen über mehrere Wochen ein, bevor sie getrocknet, gebrochen und ausgekämmt wurden, um schließlich zu Garn gesponnen zu werden. Das künstliche Goldbecker Moor war stets ein unheimlicher und auch nicht ganz ungefährlicher Ort. Bis heute erzählt man sich im Dorf von einem nächtlichen Wanderer vor über 100 Jahren, der von Schevelstein kommend, den Weg verlor und hier ertrank.
- Adresse
- Bösingfelder Straße, 31737 Rinteln Goldbeck
- Website
- www.weserbergland-tourismus.de/
Bild: [email protected], Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Dr. Kurt Gilde (Lizenz CC BY-SA)
Quelle: Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)