Rinteln, Stadt, Marktplatz 10
Massiver Baukörper, giebelständig ausgerichtet, mit platzseitiger Fachwerkfassade mit aufwändigem Schnitzwerkdekor der Renaissancezeit. Dreigeschossiges Gebäude, Erd- und Obergeschoss in Bruchstein, zweites Obergeschoss und Giebel in Fachwerk (1571). Giebel zweifach vorkragend auf profilierten Balkenköpfen. Zierelemente wie Tau- und Flechtband, Zahnschnittfries, Fächerrosetten und Vorhangbögen. Der utluchtartige Erkervorbau unter Pultdach, der sich beinahe über die gesamte Gebäudebreite des ersten Obergeschosses erstreckt, trägt die inschrifltiche Datierung 1653. Der Pultdachansatz verdeckt die seitlich noch gut erkennbare Schnitzornamentik der Obergeschossbalkenlage. Im Inneren Rundbögen an den Außenwänden, der rückwärtig angeschlossene Flügel ist im Kellergeschoss tonnengewölbt. Die Raumaufteilung mit zellenähnlichen Räumen, die von langen Gängen abgingen, erweckt den Verdacht, dass es sich um ein kirchliches Gebäude mit Krankensaal gehandelt haben kann, welches im 14. bzw. frühen 15. Jahrhundert entstand. Einer nicht eindeutuig zuzordnenden Überlieferung zufolge soll das Erdgeschoss als Dielenraum von 7 m Höhe mit 8 m langen Balken als Kirchenraum gedient haben, im ersten Obergeschoss darüber der sog. Krnakensaal. Im 19. Jahrhundert ordnet man das Bauwerk als Beghinenhaus, ein klösterlich genutzter Bau mit Nonnengang, ein. Umfangreiche Untersuchungen im Hinblick auf die Baugeschichte wären wünschenswert.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Rinteln
- Adresse
- Marktplatz 10
- Gemarkung
- Rinteln
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)