Obernkirchen, Stadt, Kirchplatz 16, Stiftskirche Obernkirchen (ehem. St. Maria)
Dreischiffige Hallenkirche von fünf Jochen mit Westquerriegel und eingezogenem gerade schließenden Chor, erbaut in Sandsteinquadern. Westbau deutlich schmaler als das Schiff, hochrechteckiger Block von vier Geschossen, im unteren Teil nur sparsam mit Rundbogenfenstern belichtet, auf der Westseite Rundbogenfenster mit Säulen, im letzten Geschoss gekuppelte Biforienfenster, als Abschluss zwei separate Pyramidendächer. Auf der Nordseite der Kirche zwischen Strebepfeilern fünf dreibahnige Spitzbogenfenster mit Maßwerkcouronnements und Dreiecksgiebel unter Quersatteldächern. Drei Spitzbogenportale, über dem rechten spitzbogige Nische mit Bauinschrift, das linke im zweiten Wandfeld von links am größten. Gliederung des Chors ähnlich der Nordseite, mit einem Maßwerkfenster auf jeder Seite. Südseite zum Stift vereinfacht, dort auf dem zweiten Querdach von Osten ein achteckiger Dachreiter, im Winkel zum Chor ein Wendeltreppenanbau.
Innen Westbau im Erdgeschoss mit tonnengewölbten Kapellen seitlich eines quadratischen Mittelraums, dieser kreuzgratgewölbt auf Ecksäulen, zum Mittelschiff Rundbogen, darüber weiterer, heute vom Mittelschiff abgetrennter Raum. Schiff mit Kreuzrippengewölben auf Achteckpfeilern und in den Seitenschiffen z. T. figürlichen Konsolen. Im letzten Joch des nördlichen Seitenschiffs Sakristeieinbau mit 2x2 kreuzrippengewölbten Jochen, darüber Orgelempore. In den letzten zwei Jochen des südlichen Seitenschiffs Stiftsempore ("Damenprieche") über kreuzrippengewölbtem Erdgeschoss, nach Westen Trennwand als Rest eines früheren Südquerhauses (auf der südlichen Außenseite vom Kreuzgang aus Sockelprofil und Ansatz eines Kantenprofils sichtbar). Neben der Tür von der Stiftsempore zur Wendeltreppe Öffnung, ehemals mit Drehlade. In den Seitenwänden des Chors rund- und spitzbogige Nischen und in der Ostwand zwei Öffnungen.
Von der mittelalterlichen Ausstattung das Hochaltarretabel, ein großer Flügelaltar vom Anfang des 16. Jhs., und auf der Empore ein weiterer kleiner Flügelaltar sowie mehrere Skulpturen des 12.-15. Jhs., spätgotische Möbel und ein Antependium des 15. Jhs. erhalten. Frühneuzeitlich u. a. die Kanzel (Mitte 17. Jh.), der Taufstein (Anf. 17. Jh.) sowie verschiedene Grabsteine und Epitaphien.
Westbau und Reste des Südquerhauses 3. Viertel des 12. Jhs. (nach Brand des Vorgängers 1150). 1329 wahrscheinlich erneuter Brand, danach weitgehender Neubau (1330 Ablass), laut Inschrift am westlichen Nordportal 1355 vollendet. Wendeltreppe zur Stiftsempore nach 1492 angebaut. 1893 restauriert.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Obernkirchen
- Adresse
- Kirchplatz 16
- Gemarkung
- Obernkirchen
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)