Nordhorn, Stadt, Kloster Frenswegen, Gruppe baulicher Anlagen
Unmittelbar westlich der Vechte gelegen. Gegründet 1394 durch Everhard van Eze und andere Bürger unter Mitwirkung Graf Bernhards I. von Bentheim als Augustinerchorherrenstift St. Marienwolde, kurz danach zur Grablege des Bentheimer Grafengeschlechtes geworden. 1400 Anschluss an die Windesheimer Kongregation und Exemtion. Mitte des 15. Jhs. 24 Kanoniker. 1578 Ausweichen des Konvents nach Nordhorn und in der Folge Niedergang, 1655 Rückkehr nach Frenswegen. 1671 dem Bischof von Münster unterstellt, zweite Blütezeit. 1806 aufgehoben. Die Anlage ab 1823 im Besitz der Fürsten von Bentheim-Steinfurt, seit 1974 Stiftung. 1978 ökumenische Bildungs- und Begegnungsstätte.
Weitläufiger, landschaftlich gestalteter Komplex mit dem Kloster im Mittelpunkt. Die vier Flügel der Klausur im Kern aus dem 15. Jh., 1692-1724 (mit einer Ergänzung von 1742) weitgehend neugebaut. An der Stelle eines 1879 abgebrannten Flügels im Süden 2010-2012 ein neues Gästehaus errichtet. Nördlich anschließend ehemals die 1445 geweihte Klosterkirche, 1883 bis auf Reste abgebrannt, 1994-1996 innerhalb der Ruine ein Neubau. Das Kloster umgeben von in Fachwerk errichteten Wirtschafts- und anderen Nebengebäuden des 18. Jhs.: Im Südosten des Hauptgebäudes ein Wohnhaus, östlich davon zwei Wohn-/Wirtschaftsgebäude und südlich davon die Kornmühle (ehemals ergänzt durch eine Ölmühle); westlich vor dem Hauptgebäude ein Brunnen, ehemals in einem von zwei winkelförmigen Scheunen gebildeten Hof stehend (die südliche Scheune z. T. erhalten), davor eine Brücke und das verschwundene Klostertor; und weiter westlich am Fuchsweg eine Reihe von Heuerhäusern, von denen die beiden ersten axialsymmetrisch aufeinander bezogen sind. Die Gartenanlagen im Norden und Osten des Klosters im Gelände noch ablesbar, insbesondere der Große Garten im Norden (davor der Friedhof) und der Kleine Garten im Osten. Der Mühlengraben auf der West- und Südwestseite des inneren Klosterbereichs graftartig geführt. Das Klostergelände ferner durch das Zusammenspiel von Gebäuden, Wasserflächen und sternförmig ausgreifenden Alleen, von denen mehrere noch erhalten oder ablesbar sind, sowie verschiedenen Waldstücken großräumig gegliedert.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Nordhorn
- Gemarkung
- Nordhorn
ÖPNV in der Nähe
- Nordhorn Kloster Frenswegen · 103 m
- Nordhorn Klosterstraße · 404 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)