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Nienburg (Weser), Stadt, Kirchplatz, Evangelisch-lutherische Kirche St. Martin

Kirche · Einzeldenkmal · Nienburg (Weser), Stadt

Dreischiffige Backstein-Hallenkirche, errichtet Ende des 13. Jahrhundert unter Einbeziehung von Teilen aufgehenden Mauerwerks der Vorgängerkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Geweiht 1441. Quadratischer sich nach oben verjüngender Westturm mit hohem kupfergedecktem Spitzhelm, im Erdgeschoss aus Portasandsteinen errichtet, in den Obergeschossen aus Backstein. Schlichtes Eingangsportal mit darüber liegendem großflächigem Spitzbogenfenster mit Flamboyantmaßwerk. Symmetrische Gestaltung aller Turmfassaden mit eckbetonenden Strebepfeilern, hohen schlanken gotischen Spitzbogenfenstern, horizontalen und vertikalen Schmuckbändern und -friesen und ein oktogonaler Grundriss ab dem zweiten Obergeschoss durch den Schein begradigter Turmecken, diese mit Ziergiebeln aus auskragendem Mauerwerk geschmückt. Die oberen Turmgeschosse sowie der Turmhelm 1896 ergänzt. Als Abschluss des Turmmauerwerks acht Zier-Treppengiebel mit detailreicher Gestaltung von Nischen, Blindfenstern, Turmuhren und Friesen. Das Langhaus mit zwei gleich dimensionierten Querhäusern unter Satteldächern unmittelbar anschließend, im unteren Teil ebenfalls unregelmäßige Verwendung von Portasandstein. Die Giebeldreiecke mit tiefer liegenden verputzten Blendarkaden versehen, die Giebelformen von Spitzgiebel bis leicht getreppten Giebeln mit romanischen Formen leicht differenziert. Am Langhaus gestufte Strebepfeiler mit dreibahnigen Maßwerkfenstern. Im Osten eingezogener einjochiger Chor mit 6/14-Schluss, der sich über die gesamte Breite des Haupt- und der räumlich auf eine halbe Mittelschiffbreite verengten Seitenschiffe erstreckt. Im Sockelbereich mit vorgeblendeten Spitzbogenarkaden. Im Inneren weiß geputztes Mauerwerk mit kurzen wuchtigen Rundsäulen, die das weit gespannte Kreuzrippengewölbe mit farblich durch roten Backstein akzentuierten Gewölberippen tragen. Auf dem Altar zwölf Apostelfiguren des sogenannten Snetlagemeisters aus Osnabrück, aus Sandstein um 1515-20 gefertigt. Hölzerne und marmorne Epitaphe und Grabplatten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, neuromanischer Taufstein von 1896.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Nienburg
Adresse
Kirchplatz 1
Gemarkung
Nienburg

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)