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Leer (Ostfriesland), Stadt, Mühlenstraße, Gruppe baulicher Anlagen

Straßenzug · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Leer (Ostfriesland), Stadt

Die Mühlenstraße ist die zentrale Geschäftsstraße und Fußgängerzone der Stadt Leer zwischen Altstadt und Bahnhof. Ausgehend von der Straßenkreuzung Brunnenstraße/ Harderwykensteg/ Heisfelder Straße führt die Mühlenstraße nördlich des Handelshafens nach Osten. Mit dem Bahnübergang geht die Mühlenstraße in die Bremer Straße über, die in den Stadtteil Loga führt.
Der westliche Abschnitt der Mühlenstraße zeigt zwischen der von Süden einmündenden Norderstraße bis zur Hausnummer 28 bzw. auf der nördlichen Straßenseite bis Hausnummer 57 einen geschlossenen historischen Baubestand. Auf alter Parzellenstruktur stehen aneinandergereiht vorrangig zweigeschossige, vereinzelt auch ein- und dreigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser trauf- oder giebelständig in der Straßenflucht. Durch Hinterhäuser sind zum Teil langgestreckte Gebäudekörper vorhanden. An den Einmündungen von Wörde und Norderstraße zeigen die Eckgebäude an der Mühlenstraße 14, 24 und 26 um 45° abgewinkelte Gebäudeecken. Durch die Einzelhandelsnutzung sind die Erdgeschosszonen der Gebäude regelmäßig überformt und baulich verändert, wobei einige Geschäftshäuser noch eine historische Schaufensteranlage aufweisen.
Wenige Gebäude zeigen noch den traditionellen Gebäudetyp des eingeschossigen Giebelhauses (Mühlenstraße 16, 29, 37) oder haben hinter neugestalteten Fassaden einen älteren Gebäudekern des 18. Jahrhunderts bewahrt (Mühlenstraße 39). Den klassizistischen Bauten aus dem späten 18. bzw. aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Mühlenstraße 31, 33, 47, 48, 57) gemeinsam ist eine backsteinsichtige, stringent gegliederte Straßenfassade mit hochrechteckigen Fensteröffnungen und kräftigem Kranzgesims. In den 1850er und 1860er sind die teils im Kern älteren Gebäude mit Putzfassaden im Stil des Spätklassizismus (Mühlenstraße 41, 49) oder im Rundbogenstil (Mühlenstraße 38, 53) gestaltet worden, in den nachfolgenden Jahren in den einzelnen Ausprägungen des Historismus. Durch Erker, Zwerchgiebel oder Türmchen sind dabei zum Teil abwechslungsreiche Baukörper und Dachlandschaften (Mühlenstraße 18, 21) entstanden, wobei die Straßenflucht im Grundsatz gewahrt bleibt. Putz- und Backsteinfassaden sind gleichermaßen reich mit Stuck verziert. Die rückseitigen und seitlichen Fassaden sind im Regelfall backsteinsichtig und schlicht gestaltet. Neben den klassizistischen und historistischen Stilmerkmalen des 19. Jahrhunderts sind an den Bauten aus dem frühen 20. Jahrhundert vereinzelt Dekorationen des Jugendstils (Mühlenstraße 18, 26, 28) zu finden. Singulär sind die Klinkerfassade Mühlenstraße 35 aus den 1920er Jahren sowie das Eckhaus Mühlenstraße 24, das Anfang der 1930er Jahre mit einer Putzfassade im Stil der Neuen Sachlichkeit gestaltet wurde.
Die Parzellen nördlich der Mühlenstraße reichen regelmäßig bis zum Ostersteg. Von den einst zahlreichen Wirtschaftsgebäuden, Hinter- und Packhäusern hat sich ein Restbestand erhalten. Unmittelbar am Ostersteg stehen das kleine Wohnhaus Nr. 24 sowie das Packhaus am Ostersteg 28 von 1807. Der eingefriedete Garten dazwischen gehört zu dem Wohnhaus Mühlenstraße 31.
Der Bereich der Fußgängerzone ist mit einem Ziegelpflaster befestigt, in dem befahrbaren Abschnitt zwischen Wörde und Brunnenstraße sind die Fußwege mit Ziegelsteinen und der Fahrweg mit Naturstein gepflastert.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Leer
Gemarkung
Leer

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)