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Leer (Ostfriesland), Stadt, Evangelisch-reformierte Große Kirche

Kirche · Einzeldenkmal · Leer (Ostfriesland), Stadt

Evangelisch-reformierte Große Kirche, errichtet 1785-1787 nach Planung des Baumeisters Isaak Woortmann, der Turm bis 1805 vollendet. Zentralbau über dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, die sich durchkreuzenden Dächer an den Giebeln mit Krüppelwalm, in den Winkeln zwischen den Kreuzarmen jeweils im Viertelkreis geformte Annexbauten mit Flachdach, nach Norden hoher, mehrfach gestufter Turm mit abschließender Laterne. Die Fassaden des Kirchenbaus über einem Sockel aus Sandstein backsteinsichtig im Kreuzverband gemauert, die Giebel nach Osten, Süden und Westen jeweils achsensymmetrisch angelegt mit zwei hohen rundbogigen Fenstern, diese mit Fensterbank und Scheitelstein aus Sandstein und kleinteiliger Sprossengliederung, darüber mittig sandsteingefasstes Rundfenster, nur die zur Kirchstraße orientierte Fassade mit Eckquaderung, Rundbogenportal mit Sandsteinfassung und Verdachung sowie darüber Inschriftentafel. In den Annexbauten jeweils Rundbogenportal mit horizontalem Gesimsabschluss, darüber rundbogiges Fenster und abschließend Traufgesims aus Sandstein. Das Krüppelwalmdach mit glasierten Hohlpfannen eingedeckt, je Dachfläche mit einer kleinen Gaube besetzt, Firste und Grate mit Bleiabdeckung.
Der 57 Meter hohe Glockenturm backsteinsichtig mit Architekturteilen aus Sandstein. Der Unterbau auf quadratischer Grundfläche mit 45° abgewinkelten Eckpilastern, darüber zweifach eingerückt ein achteckiger Aufbau mit Eckpilastern, nach Norden Rundbogenportal mit Datierung „1786“ im Scheitelstein. In den einzelnen Turmgeschossen rundbogige Schallarkaden mit Kämper- und Scheitelsteinen, kleine, sandsteingefasste Fensteröffnungen sowie die Ziffernblätter der Uhr, als Turmabschluss nochmals eingerückt die achteckige, offene Laterne als Holzkonstruktion mit kupfergedeckter Haube und Schepken Christi als Wetterfahne. Die drei Abstufungen des Glockenturmes jeweils mit verkröpften, profilierten Sandsteingesimsen und filigranen Metallgeländern als Galerien ausgebildet.
Der Innenraum durch flache Holztonne überwölbt, die Annexbauten durch rundbogige Arkaden zum Hauptraum geöffnet. Eine den gesamten Zentralraum umlaufende Empore, nach Norden zudem Empore in zweiter Ebene, die das Hauptwerk der Orgel trägt, diese in Rokokoformen 1763-66 von dem Groninger Orgelbauer A. A. Hinsz geschaffen mit teils älterem Pfeifenbestand. 1845-50 und 1953-55 umgebaut, am südöstlichen Pfeiler Kanzelkorb der Spätrenaissance von 1609, der Kanzeldeckel vom Ende des 18. Jahrhunderts, davor stehend der Altartisch mit Rokokoornamenten sowie vier Gelbgussleuchter von 1787, romanischer Taufstein des Bentheimer Typs um 1200.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Leer
Adresse
Kirchstraße 14
Gemarkung
Leer

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)