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Leer (Ostfriesland), Stadt, Evangelisch-lutherische Lutherkirche

Kirche · Einzeldenkmal · Leer (Ostfriesland), Stadt

Evangelisch-lutherische Lutherkirche, Backsteinbau auf kreuzförmiger Grundfläche mit diagonal gestellten Annexbauten zwischen den Kreuzarmen und niedrigeren Anbauten mit den Zugängen zum Kirchenraum. Die Satteldächer der Bauteile mit Schiefer in Rechteck-Doppeldeckung (Englische Deckung) gedeckt, im Westen auf dem Kirchschiff aufsetzend ein gestufter Glockenturm mit offener Laterne und geschweifter Haube.
Im Kern einschiffiger Backsteinbau unter Satteldach in Ost-West-Ausrichtung, die gedrungenen, spitzbogigen Fenster mit Putzfaschen, errichtet 1675. Erweiterung nach Westen 1706-1710, Westfassade zum Lutherischen Schulgang im unteren Teil mit Eckquaderung aus Sandstein, das rundbogige Barockportal mit Sandsteineinfassung, Verdachung, Wappen und Inschrift „UNTER DER REGIERUNG HERRN GEORG ALBRECHTS FÜRSTN ZU OST=FRIESZLAND HERRN ZU ES[ENS] STEDESD[ORF] UND WITTM[UND] IST DIESES NEUE WERCK ERBAUET WORDEN AO MDCCX“. Dem Kernbau gestalterisch angepasster Anbau des nördlichen Kreuzarmes 1738, der Nordgiebel mit zwei hochliegenden Rundbogenfenstern, Beitelmauerwerk und eingemauertem Wappenstein in der Giebelspitze. Der 32 Meter hohe Glockenturm 1764-66 über der Westerweiterung von 1710 aufgebaut, auf Traufhöhe setzt der quadratische, verschieferte Turmunterbau an, nur auf der Westseite zwei kleine Fensteröffnungen, oberhalb des Kirchenschifffirstes Galerie und eingerückt ein oktogonaler Turm mit Eckpilastern, Gesimsen, Schallarkaden und kleinen Fensteröffnungen, die gegenüber den verschieferten Wandflächen mit heller Fassung abgesetzt sind, abschließend geschwungene Turmhaube mit Laterne aus hell gefasster Holzkonstruktion, die Haube mit Kupfer eingedeckt und anschließend von vergoldeter Kugel und Schwan als Wetterfahne bekrönt. Gestalterisch angepasste Verlängerung des Kirchenschiffes nach Osten 1793, der Ostgiebel unmittelbar am Patersgang stehend mit zwei Fensteröffnungen, dazwischen Schrifttafel aus Sandstein, das Giebeldreieck mit Rundfenster und Beitelmauerwerk. 1882 als Pendant zum nördlichen Kreuzarm ein Anbau nach Süden in neugotischer Backsteinarchitektur, im Südgiebel zwei Spitzbogenfenster mit filigranem, gusseisernem Maßwerk durch gemeinsame Spitzbogenblende zusammengefasst, darüber Rundfenster, das Giebeldreieck mit kleinen Fialen, ansteigendem Spitzbogenfries am Ortgang und abschließender Kreuzblume, nach Osten und Westen Vorbauten mit den Zugängen zur Kirche und Empore. An der Nordostecke des Nordflügels ein weiterer neugotischer Eingangsvorbau, im Schildgiebel des sehr flachen Satteldaches rautenförmige Sandsteintafel mit Darstellung eines Schwans. 1910 nördlich am Kirchturm kleiner, polygonaler Treppenturmanbau mit geschweifter, verschieferter Haube angefügt.
Der Innenraum mit Holztonnen in Ost-West-Längsausrichtung, durch je drei weite Arkadenbögen nach Norden und Süden zu den Kreuzarmen und Annexbauten geöffnet. Im Altarbereich ein aus Esens stammender Kanzelkorb aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Faltwerk und Wappen in den Füllungen, gegenüber der Fürstenstuhl vom Ende des 17. Jahrhunderts mit Aufsatz und Wappen von 1732, im Osten hinter dem Altar Empore mit Orgelprospekt von 1795 (Orgel von 2002), das Kruzifix auf dem Altarblock und die hölzerne Lambris von 1910, ebenso die Ausmalung des Kircheninnenraumes durch Reinhard Ebeling (Hannover) im Stil des Neobarock.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Leer
Adresse
Patersgang 1
Gemarkung
Leer

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)