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Leer (Ostfriesland), Stadt, Brunnenstraße, Gruppe baulicher Anlagen

Altstadt (Baukomplex) · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Leer (Ostfriesland), Stadt

Die Brunnenstraße ist eine Geschäftsstraße in zentraler Lage in der Altstadt von Leer. Ausgehend von dem Straßenzug Rathaus-/Kirchstraße führt die Brunnenstraße nach Norden und stellt die Verbindung zur Mühlenstraße her, die in Fortsetzung des Harderwykensteges nach Osten zum Bahnhof führt. Nördlich der platzartig aufgeweiteten Straßenkreuzung setzt sich der Straßenzug der Brunnenstraße über die Heisfelder Straße nach Norden fort.

Die Brunnenstraße zeigt einen geschlossenen Straßenraum mit abwechslungsreichem Baubestand. Auf der westlichen Seite hat sich von Hausnummer 9 bis 39 eine historische Straßenzeile erhalten, wobei zwischen den Hausnummern 17 und 19 der Reformierte Kirchgang nach Westen abzweigt. Auf schmalen Grundstücksparzellen reihen sich ein- bis zweigeschossige, vorrangig giebelständige Häuser aneinander, die teils mit einem älteren Gebäudekern verputzte Fassaden aus dem 19. Jahrhundert in klassizistischen und historistischen Stilformen zeigen. Im südlichen Abschnitt vermitteln die Handwerkerhäuser Brunnenstraße 9, 11 und 13 noch einen kleinstädtischen Charakter von vor 1850. Die Löwenapotheke an der Brunnenstraße 19 präsentiert an der Straßenecke zum Reformierten Kirchengang eine aufwändige Fassadengestaltung im Stil der englischen Neugotik. Rückseitig nach Westen schließen sich ein Hinterhaus und ein Ökonomieflügel mit eingefriedetem Hof an, die zusammen mit dem gegenüberliegenden Haus Brunnenstraße 17 und dem Wohnhaus am Reformierten Kirchgang 1 die schmale Gasse räumlich einfassen. Vereinzelt wurden Parzellen im späten 19. Jahrhundert zu größeren Grundstücken zusammengelegt und mit Wohn- und Geschäftshäusern neu bebaut, so an der Brunnenstraße 29 und 31. An der Ecke Harderwykensteg/ Brunnenstraße wurde 1909 ein dreigeschossiges Kaufhaus mit stringent gegliederter Putzfassade errichtet, das von der historischen Straßenflucht abrückt und damit der Anfang des 20. Jahrhunderts von der Stadt Leer festgelegten Fluchtlinienplanung folgt. Auf der gegenüberliegenden, östlichen Seite der Brunnenstraße stehen auf größeren Grundstücken, die teils bis an die Norderstraße reichen, zwei- bis dreigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser. Die Gebäude Brunnenstraße 18 und 22 dokumentieren mit zwei Vollgeschossen und abgewalmtem Dach den Bautyp des spätklassizistischen Bürgerhauses aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. An der Brunnenstraße 20, 28 und 30 stehen große Wohn- und Geschäftshäuser, wobei Nr. 20 mit einer Backsteinfassade im Stil der Hannoverschen Schule und Nr. 30 mit spätklassizistischer Putzfassade gestaltet sind. Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus Brunnenstraße 28 aus dem Jahr 1907 zeigt eine Putzfassade mit barockisierender Jugendstilornamentik und steht gemäß der neuen Fluchtlinienplanung etwas hinter der historischen Bauflucht. In zweiter Reihe hat sich an der Brunnenstraße 24 ein Packhaus von 1803 erhalten, das beispielhaft die Hinterbebauung der einstigen Kaufmannsanwesen dokumentiert.

Die mittige Fahrspur der Brunnenstraße, die von gestutzten Bäumen gesäumt wird, und der Reformierte Kirchgang sind mit Natursteinpflaster befestigt, nur der südliche Abschnitt der Brunnenstraße zeigt ein Ziegelpflaster. Die Bürgersteige sind durchgehend mit Ziegelsteinen belegt.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Leer
Gemarkung
Leer

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)