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Leer (Ostfriesland), Stadt, Altstadt/ Rathausstraße, Gruppe baulicher Anlagen

Altstadt (Baukomplex) · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Leer (Ostfriesland), Stadt

Der zentraler Altstadtbereich von Leer mit der Rathausstraße und den abzweigenden Gassen zeigt einen weitgehend geschlossenen, historischen Baubestand auf alter Parzellenstruktur mit überkommenen Straßen- und Freiräumen.
Die Rathausstraße verläuft ausgehend vom alten Markt- und Handelsplatz am Ledaufer in weitem Bogen nach Nordwesten und geht in die Kirchstraße über, die über das Westerende zum reformierten Kirchhof führt. Am Übergang von der Rathaus- zur Kirchstraße zweigt die Brunnenstraße nach Norden zur Mühlenstraße ab. Etwas weiter westlich stellt die Schmiedestraße die Querverbindung nach Süden zur Königstraße her. Nur über die schmale Hellingstraße und den Wilhelminengang wird der nordöstliche Altstadtbereich um die Wörde/ Norderstraße angebunden. Auf der westlichen Seite der Rathausstraße stellen schmale Fußwege zwischen den Häusern die Verbindung zum Rathausneubau mit der umgebenden Platzanlage her.
An der Rathausstraße reihen sich vorrangig schmale, zweigeschossige Wohn- und Geschäftshäuser in geschlossener Bauweise aneinander. Durch Hinterhäuser sind zum Teil langgestreckte Gebäudekörper vorhanden. Die städtebauliche Dominante bildet das Rathaus an der Straßenecke Königstraße/ Rathausstraße, das nach Planung des Architekten Karl Henrici 1890-1894 von den Straßenfluchten abgerückt und mit hohem Eckturm im Stil der Neorenaissance errichtet wurde.
Die Straßenkreuzung Rathaus-/ Brunnen-/ Kirchstraße ist durch abgewinkelte Hausfassaden leicht aufgeweitet. In der Brunnenstraße setzt sich die geschlossene Bauweise mit giebelständigen, zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern fort. Die beiden Häuser Brunnenstraße 4 und 6 fassen die einmündende Hellingstraße ein. Nach Nordwesten folgt der Übergang zu der ein- bis zweigeschossigen Bebauung der Kirchstraße. Die beiden Häuser Kirchstraße 1 und 3/5 korrespondieren durch die gegenüberliegenden, um 45° abgewinkelten Gebäudeecken und leiten in die Schmiedestraße mit den ehemaligen Hinterhäusern über.
Der schmale Wilhelminengang wird von den langestreckten Gebäuden Rathausstraße 18 und 20 eingefasst, knickt am Wilhelminengang 2 nach Norden ab und geht in die Norderstraße über. Prägend für diese Altstadtgasse sind die in Hafennähe stehenden Packhäuser, Hinter- und Nebengebäude, die ursprünglich zu den Kaufmannshäusern an der Rathausstraße gehörten.

Die Wohn- und Geschäftshäuser in der Rathaus- und anschließenden Brunnenstraße, die teils im Kern noch aus dem späten 16. und 17. Jahrhundert stammen, vorrangig aber im 18. und 19. Jahrhundert errichtet wurden, sind meist zweigeschossig mit Giebel oder Walm ausgebildet. Vereinzelt sind ein- oder dreigeschossige sowie traufständige Baukörper vorhanden. In der Kirch- und Schmiedestraße schließen ein- bis zweigeschossige Wohngebäude an. Neben backsteinsichtigen Straßenfassaden sind die Hauptansichten der Häuser regelmäßig verputzt. Die seitlichen und rückseitigen Fassaden, weiterhin die Hintergebäude und Packhäuser am Wilhelminengang sind in der Regel backsteinsichtig und funktionsbezogen gestaltet. Durch die Entwicklung zur Geschäftsstraße zeigen sich in der Rathaus- und Brunnenstraße bis zur Kirchstraße 1 und 3/5 historische als auch moderne Schaufenstereinbauten. Im Rahmen der objektbezogenen Stadtsanierung wurden die Altstadthäuser ab Mitte der 1970er Jahre grundsaniert und teils neu aufgebaut. Die Häuser auf der Westseite der Rathausstraße erhielten rückseitige Ansichten zu der neu angelegten Platzanlage um den Rathausneubau.
Die Straßen und Fußwege sind vorrangig mit Klinkersteinen befestigt, in Randbereichen in Kombination mit altem Kopfsteinpflaster. Die Hellingstraße und der Wilhelminengang sind mit Naturstein gepflastert und zeigen nur am Rand Klinkersteine.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Leer
Gemarkung
Leer

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)