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Jever, Stadt, Am Kirchplatz 28, Stadtkirche Jever

Kirche · Einzeldenkmal · Jever, Stadt

Die Regentin des Jeverlandes, Fräulein Maria (1500-75), ließ 1556 für ihren Vater Edo-Wiemken d.J. (1454-1511) den Chorraum der Stadtkirche als Grabkapelle errichten: einen Saalbau über rechteckigem Grundriss mit polygonalem Abschluss im Osten. Während die Stadtkirche 1728 und 1959 abbrannte, blieb die Grabkapelle erhalten. Im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche 1962-64 nach Plänen von Dieter Oesterlen wurde das Äußere der Kapelle durch eine Ziegelummantelung umgestaltet. Die Grabkapelle ist im Westen durch einen gläsernen Zwischenbau an die 1964 fertiggestellten Stadtkirche angeschlossen, hier sind die Sandsteinportale der barocken Kirche von 1730 eingebaut. Der Baukörper der Stadtkirche setzt sich aus gestaffelten, in den Kirchenraum hineinragenden Backsteinscheiben zusammen, die von kleinen kupfergedeckten Giebeln bekrönt werden. Je nach Standort geben sie den Blick frei auf die wandhohen, abstrakt gehaltenen Betonglasfenster vom Bildhauer Helmut Lander (1924-2013), welche die einzelnen Wandelemente abschließen und den stark aufgeweiteten, symmetrischen Innenraum gleichmäßig ausleuchten. Die gestaffelte Orgelempore befindet sich im Osten, der Prospekt der Orgel wurde von Oesterlen entworfen und in der Werkstatt Alfred Führers gefertigt. In die gefaltete Betondecke im Kircheninnenraum, welche die äußere Giebelform wieder aufgreift, sind aus ästhetischen und akustischen Überlegungen kleine Holztetraeder eingebunden. Für die Wandflächen ist Backstein verwendet worden, für den Boden dunkler Schiefer. Altar, Lesepult und Taufbecken sind an die Westseite des quergelagerten Innenraums gerückt. Der Altartisch aus italienischem Granit ruht vor einer hohen Backsteinwand, die zu beiden Seiten von den Betonglasfenstern flankiert wird. Sie rahmen den Altar, nehmen das Taufbecken aus der Vorgängerkirche und die Kanzel auf und bündeln somit die liturgischen Orte. Hinter dem Altar prangt ein hohes schlichtes Stahlkreuz des Berliner Künstlers Fritz Kühn (1910-67) an der Backsteinwand. Durch den Neubau liegen sich nun das Grabmal im ehemaligen Chor und der Altar an der neuen Westwand gegenüber, diese Achse verbindet Alt und Neu.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Jever
Adresse
Am Kirchplatz 28
Gemarkung
Jever

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)