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Hildesheim, Stadt, Kloster und Gutshof Marienrode, Gruppe baulicher Anlagen

Klosteranlage · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Hildesheim, Stadt

Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Südwestlich am äußersten Rand des Stadtgebiets von Hildesheim liegt in einem hügeligen Waldgebiet am lang gestreckten Höhenzug des Tosmar das Kloster Marienrode. Im Jahr 1125 durch den Augustinerorden gegründet, übernahmen 1159 Zisterzienser aus Isenhagen das Kloster. Der bedeutende Kirchenbau stammt aus dem 15. Jahrhundert; Konvent- und Gutshofbauten sowie die Torkapelle wurden im 18./19. Jahrhundert erneuert. 1806 wurde das Kloster säkularisiert, in hannoverscher Zeit von der Klosterkammer als Domäne betrieben und dabei von 1818 bis in die 1860er-Jahre von den kunstsinnigen Familien Beaulieu-Marconnay und Egloffstein bewohnt. Seit 1985 ist das Gelände im Besitz des Bistums Hildesheim und seit 1988 das Kloster von Benediktinerinnen wiederbelebt, die zudem in einigen umgenutzten Wirtschaftsgebäuden einen Tagungs- und Gästebetrieb unterhalten. Weiträumig wird noch heute das Klosterareal von einer Mauer umschlossen, die im Süden auch eine Stützfunktion wegen des abfallenden Geländes erfüllt. Die Fischteiche dokumentieren die intensiv betriebene Landwirtschaft der Zisterzienser und der späteren Domäne. Die komplexe Kloster- und Gutshofanlage wird durch eine Ost-West-Achse verkehrsmäßig erschlossen. Um den großen Innen- und Wirtschaftshof mit Taubenturm gruppieren sich die landwirtschaftlichen Gebäude sowie die Torkapelle. Von zentraler Bedeutung ist das östlich am Gutshof gelegene Konventgebäude, das mit der anschließenden Klosterkirche St. Michael ein geschlossenes Geviert bildet. Zum Schutzumfang zählen auch die Zeugnisse der Wirtschaftsfunktion innerhalb des Gutshofs (Bodenpflaster, Pferdeschwemme) sowie außerhalb des engeren Kloster- und Gutshofbereichs die Wassermühle und die Feldscheune. Vor dem Westtor des Gutshofs ergibt sich eine städtebaulich reizvolle, platzartige Aufweitung, die von Kapelle, Pfortenhaus, Friedhof, Schafstall und ehemaliger Schule gerahmt wird. Darüberhinaus gehören außerhalb der abgegrenzten Gruppenfläche des Kloster- und Gutshofensembles auch die historisch zugehörigen Objekte der Windmühle und des Beaulieu-Gedenksteins zur Denkmalgruppe dazu.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Marienrode
Adresse
Am Gutshof
Gemarkung
Marienrode

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)