Hildesheim, Stadt, Hinterer Brühl 21, Kartäuserkirche und Sakristeiflügel
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Kirche und Seitenflügel des ehem. Kartäuserklosters Hildesheim, erbaut 1659-1664 (mit Eisenankern inschriftlich „1664“ am Kirchen-Westgiebel datiert) und 1666 geweiht als nachgotischer Saalbau mit Putzfassaden sowie Architekturgliedern aus Sandstein: Strebefeilern, Spitzbogenfenster, Spitzbogen-Westportal, Sockel- und Kranzgesimse. Das mächtige Satteldach enthält als Hildesheimer Seltenheit eine weitgehend erhaltene, bautechnikgeschichtlich bedeutende Barock-Dachkonstruktion der Erbauungszeit, die Spuren des früheren Holztonnengewölbes mit Stuckierung zeigt. Nach der Klosteraufhebung von 1777 wurde das Kartäuserkloster im 19. Jahrhundert zur Keimzelle des St. Bernward-Krankenhauses. In diesem Zusammenhang wurde auch das Innere der Kirche profaniert, mehrfach umgenutzt und mit einer Zwischendecke versehen. Seit der Wiederherstellung und Freilegung des offenen Innenraums von 1971-1973 dient das Gebäude als Krankenhauskirche „Maria Heil der Kranken“ und dem benachbarten Vincentinerinnen-Konvent. Die Umbauplanung stammt von Oberbaurat Josef Fehlig vom Bischöflichen Generalvikariat und Architekt Franz Sommer, Hildesheim. Das jetzige Kircheninnere mit eingezogener Flachdecke, neuer Westempore und zeitgenössischen Ausstattungen der 1970er-Jahre ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht denkmalwert. Zum Baudenkmal gehört nicht nur die Kirche, sondern auch der nördlich anschließende, zweigeschossige Sakristei-Seitenflügel unter Satteldach, der Putzfassaden mit historischen Fensteröffnungen aufweist und im Erd- bzw. Sockelgeschoss gewölbt ist.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Hildesheim
- Adresse
- Hinterer Brühl 21
- Gemarkung
- Hildesheim
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)