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Hildesheim, Stadt, Auf dem Gutshof

Wirtschaftsgebäude · Einzeldenkmal · Hildesheim, Stadt

Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Wirtschaftsgebäude auf dem Gutshof von Kloster Marienrode, errichtet vom 17. bis 19. Jahrhundert. Die Zeile der südlichen Wirtschaftsgebäude besteht aus fünf aneinander gereihten Gebäuden, die laut Lageplan der 1850er-Jahren folgende Funktionen hatten (von Osten nach Westen): Brennerei, Brauhaus, Kutsch-Pferdestall mit Wagenremise, Kuhstall mit Acker-Pferde-Stall, Schweine-Haus. Im Osten stehen die beiden zweigeschossigen Brennerei- und Brauhausgebäude mit Bruchsteinfassaden unter Walmdächern. Ein Torbogen des Brauhauses ist im Schlussstein „1739“ datiert. Dann schließt als gestalterischer Ausreißer ein viergeschossiger Speicherbau mit Bruchsteinfassaden und Flachdach an, der aus einem älteren Wirtschaftsgebäude hervorging und 1894 aufgestockt wurde. Westlich schließt das mehrgeschossige Stallgebäude mit Bruchsteinfassaden unter Satteldach an, das ebenfalls wohl im 19. Jahrhundert aufgestockt wurde. Ein Inschriftenstein datiert zudem einen älteren Umbau „1742“. Repräsentativer Blickpunkt dieses Gebäudes ist ein 1686 datierter Sandstein-Torbogen mit einem Marienfigur-Relief im Schlussstein sowie einer Chronogramm-Inschrift: „PRO CLAVSTRO HOC HORA / DEVOTA O PVLCHRA DECORA / TV QVAE LABE CARES / VIRGO TVERE LARES“. Abgeschlossen wird die Zeile der Wirtschaftsgebäude westlich von dem eingeschossigen ehemaligen Schweinehaus, ebenfalls mit Bruchsteinfassaden und unter Satteldach. In der Hoffassade sind zwei 1736 datierte Spolien-Reliefs (Wappen von Abt Eduard Joachim, Kreuz mit den Wundmalen Christi) sowie ein Chronogramm-Spruch „FACTVS HOMO VERE PER VULNERA QUINQUE TUERE / AEDES ESTO TECENS ASTRA PRAE ALTA REGENS“) eingefügt. Die drei erstgenannten Gebäude im Osten wurden 1986-88 im Rahmen der Wiederbesiedelung des Klosters für eine Buchhandlung sowie ein Exerzitien- und Gästehaus durchgreifend modern umgebaut und mit Stahlbetontreppenhäusern versehen umgenutzt. Dennoch sind in allen Gebäuden historische Grundrissstrukturen ablesbar und historische Dachwerke erhalten.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Marienrode
Adresse
Auf dem Gutshof
Gemarkung
Marienrode

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)