Hann. Münden, Stadtbefestigung und Wallanlagen Münden, Gruppe baulicher Anlagen
Stadtbefestigung und daraus entstandene Wallanlagen der Stadt Münden mit Stadtmauerresten, Wehrtürmen und Bollwerken.
Die Stadtbefestigung Mündens entstand im Mittelalter ab etwa 1200; erstmals schriftlich erwähnt wird die Mauer, die insgesamt eine Länge von etwa 1,7 Kilometern und eine durchschnittliche Höhe von 4,2 Meter hatte und dabei die gesamte Altstadt Münden umfasste, im Stadtbuch von 1387. Die in der nordöstlichen Ecke liegende Burg bzw. das heutige Welfenschloss war einbezogen. Bei Ausgrabungen im östlichen Bereich der Stadtmauer zwischen dem Hampe- und dem Fangenturm konnte nachgewiesen werden, dass die Mauer zweischalig aufgebaut war und aus Sandsteinquadern bestand, die durch Mörtel verbunden waren; ihre Stärke betrug im untersuchten Bereich 1,8 Meter. Der Raum zwischen der inneren und äußeren Mauerschale war mit Steinabfall, Sand und Mörtel gefüllt. Das zwei Meter breite und 60 Zentimeter hohe Mauerfundament bestand aus verschiedenen Lagen von Kies, Bruchsteinen und Mörtel. Vor allem im Norden und Westen der Stadt blieben einige Bereiche der Stadtmauer deswegen erhalten, da sie über die Jahrhunderte in die ihnen aufsitzenden Wohnhäuser („Mauerhäuser“) integriert wurden.
Zur Stadtbefestigung zählten zudem ursprünglich 26 Türme (Rund-, Schalentürme, in die Stadtmauer eingelassene Bollwerke sowie die vorgelagerte Rotunde), die als Mauertürme etwa eine Höhe von 25 Metern aufwiesen. Der einzige viereckige Turm befindet sich am Dielengraben nahe dem Welfenschloss. Er hat eine Höhe von zehn Metern und überbaute einst die Beke, die hier das Abwasser aus der Stadt abführte.
1836 beschloss der Magistrat der Stadt Münden zur Stadterweiterung den Abriss der steinernen Befestigung und in dessen Folge entstanden in den landseitigen Bereichen nach Osten großzügige Wall- und Parkanlagen. Die Grünanlagen sind hier in großen Teilen überkommen. Einige Stadtmauertürme (wie der Fährenpforten- und der Hampesche Turm) blieben auch nach der Schleifung bestehen, weil sie im 19. Jahrhundert bereits gewerblich genutzt wurden.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Münden
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ÖPNV in der Nähe
- Hann. Münden Bahnhof · 623 m
- Hann. Münden Schloss · 194 m
- Hann. Münden Rotunde · 239 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)