Hann. Münden, Hinter der Stadtmauer 23
Traufständiger dreigeschossiger Fachwerkbau über Sandsteinsockel und mit Satteldach in Ziegeldeckung. Mit mittigem vierachsigem Zwerchhaus in der straßenseitigen Dachfläche. Die Geschosse leicht vorkragend über Balkenköpfen, auf den Schwellen Schiffchen. Errichtet um 1620, im Kern vielleicht noch spätes 16. Jahrhundert. Die Haustür stammt von etwa 1760. Im Inneren befindet sich im Keller des Hauses eine (1973 wiederentdeckte) Mikwe. Von der Eingangshalle führt eine schmale Steintreppe in einen tonnengewölbten Raum von etwa 2, 5 m Höhe. Hier sind auch die Reste der Rauchabzüge der Trockenöfen erhalten. Über Sandsteinstufen gelangt man in das von Eichenbohlen gefasste Tauchbecken, in dem sich Grundwasser sammelte. Die Anlage ist L-förmig in der Grundform. Das Bad stand wohl im Zusammenhang mit der 1834 auf dem Hinterhof erbauten Mündener Synagoge, deren Inneneinrichtung 1938 vollkommen zerstört wurde, die dann zunächst als Lagerhaus genutzt und schließlich 1973 abgerissen wurde. Hier hatte einst die kleine jüdische Gemeinde auch ihre ‚Schul’ eingerichtet.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Münden
- Adresse
- Hinter der Stadtmauer 23
- Gemarkung
- Münden
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)