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Hann. Münden, Bremer Schlagd 16, Sydekum-Bollwerk mit Logenhaus

Befestigung ➔ Stadtbefestigung ➔ Stadtmauerturm · Einzeldenkmal · Hann. Münden, Stadt

Der untere Teil des Alten Sydekums besteht aus Naturstein und war als ursprünglich rundes Bollwerk eingebunden in die mittelalterliche Stadtbefestigung von Hann. Münden. Bereits im Mittelalter scheint (darauf deutet der Hogenbergstich aus dem Jahre 1584 hin) es einen Hausaufbau gegeben zu haben, der vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde (der Merianstich von 1654 zeigt keinen Aufbau mehr). Ein Neuaufbau eines Weinschankhauses mit quadratischem Grundriss erfolgte 1729 (i), in Fachwerk mit einem Mansarddach (ursprünglich wohl schiefer-, heute ziegelgedeckt). Die schon bauzeitlich vergebene Bezeichnung „Sydekum“ („si dek um“) ist dabei eine niederdeutsche Form von „Sieh dich um“, d.h. es handelt es sich um einen Ort mit schöner und weiter Aussicht. Erbauer des Sydekums waren Christoph Wendel Wüstefeld, Johann Dietrich Seedorf, Johann Daniel Köster und C.H. Balau, die als Pächter des Weinkellers im Bollwerk den Rat der Stadt 1728 ersucht hatten, auf Kosten der Stadt darüber ein Weinschankhaus zu errichten, das nach 12 Jahren in den Besitz der Stadt übergehen sollte. Die Baukosten von 1729 betrugen rund 800 Taler. Im Sydekum verkehrten augrund der Lage am Schnittpunkt der Schlagden v.a. Kaufleute und Schiffseigner, darüber hinaus aber auch angesehene Bürger der Stadt. Ab 1856 diente das Gebäude als Zoll- und Steueramt für die Stadt Münden und seit 1872 ist es Sitz der 1799 gegründeten Freimaurerloge Pythagoras zu den drei Strömen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde an den Fassaden die senkrechte Verbretterung angebracht.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Münden
Adresse
Bremer Schlagd 16
Gemarkung
Münden

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)