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Bursfelde, Klosterhof, Klosterkirche St. Thomas und St. Nicolaus

Kirche · Einzeldenkmal · Hann. Münden, Stadt

Klosterkirche aus Naturstein, im Wesentlichen Bruchstein, vereinzelt Werkstein, v.a. Eckquader aus Buntsandstein, Dachdeckung in Ziegel. Dreischiffiges, flachgedecktes Langhaus, dreischiffiger, gerade geschlossener Chor (die Nebenschiffe nur wenig kürzer), ohne Querhaus, aber durch einen Querraum in West- und Ostkirche getrennt. Westabschluss mit zwei aufgesetzten Türmen.
Das Langhaus mit sächsischem Stützenwechsel birgt weitgehend den Gründungsbau um 1100, an den um 1130/40 der ungewöhnlich große Chor mit Haupt- und Nebenapsiden nach „Hirsauer Plan" angefügt wurde; zwischen den Schiffen auf einer hohen Sockelmauer eine Arkatur in einfachem Stützenwechsel, das Arkadengesims geschacht und auf der Südseite senkrecht auf den Kämpfer geführt. Die Verschiedenheit der Bauplastik in beiden Kirchenteilen ist auffallend, so sind die länglichen Würfelkapitelle der Westkirche verschliffen-flau gezeichnet, während in der Ostkirche gedrungen-wuchtige Säulen auf attischen Basen mit flachen Eckspornen, prächtige Kapitelle mit Ecknasen und doppelt abgesetzten Schilden, die Kämpferplatten mit Schachbrettmuster vorherrschen. Im Bereich der nördlichen Wand des Westteils ist noch Fischgrätmauerwerk erkennbar. Wohl 1160-80 das Westjoch des Langhauses ausgebaut zum Westriegel mit Doppelturmanlage (ursprünglich der südliche Turm mit Tonnen-, der nördliche mit Kreuzgratgewölbe). Erhalten blieb die Empore, von einer Doppelarkade über einer Säule mit Schlingblatt-Kapitell und seitlichen Viertelkreiskonsolen gestützt. Im Chor am Obergaden sind monumentale Heiligenfiguren erhalten, die ornamentalen Felder sind in Teilen romanisch.
Im 15. Jahrhundert wurden die drei Apsiden durch einen geraden Chorschluss mit Maßwerkfenstern ersetzt, ähnliche Fenster finden sich in der erhöhten Südschiffmauer der Westkirche (Reste der romanischen Fensterverteilung), die gleichzeitig durch eine lettnerartige Quermauer vom Chor abgetrennt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die erhaltene Ausmalung (nach Beginn der Reform 1433?) sowie in der Westkirche - auch an der Lettnermauer - figürliche und vegetabile Motive der Spätgotik (z.B. an den Mauern in den Seitenschiffen große Szenen Geißelung Christi und der Kreuztragung, an der Emporenbrüstung die Klugen und die Törichten Jungfrauen).
Im 19. Jahrhundert wurden die Apsiden der Kirche umgestaltet, sie bildeten früher einen rechteckigen Chor, wie man an der Verquaderung der Außenseite heute noch erkennen kann. 1846 folgte die Herrichtung des Ostteils zur Gemeindekirche. Bei der Restaurierung 1900 bis 1904 wurden die in der frühen Neuzeit abgegangenen Türme historisierend nachgebildet (Deckung mit Schiefer) und das Nordseitenschiff erneuert.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Hemeln
Adresse
Klosterhof
Gemarkung
Hemeln

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)