Hameln, Stadt, Münsterkirchhof, Münsterkirche St. Bonifatius
Dreischiffiges, dreijochiges Langhaus mit Westturm und gerade abschließendem Chor. Dazwischen das im Wesentlichen spätromanische Querhaus mit zweigeschossigem achteckigen Vierungsturm sowie einem polygonal abschließenden Nebenchor, der sogenannten Elisabeth-Kapelle, im Süden und einem späterem Kapitelhaus im Norden. Über den Seitenschiffen befinden sich quergestellte Walmdächer. Der südliche Querarm springt zur Seitenschiffmauer leicht vor, die nördliche dagegen verläuft mit dieser in einer Flucht. Die Wandfelder der Seitenschiffe sind ursprünglich mit Wimpergen übergiebelt gewesen, diese wurden spätestens im 18. Jahrhundert entfernt und die Strebepfeiler verstärkt. Das Maßwerk ist im Norden wulstig ausgebildet, im Süden gratig. An der Südseite befinden sich teilweise vermauerte Zugänge zum ehemalig hier anschließenden Kreuzgang. Beide Türme wurden um 1870 restauriert. Von der alten Ausstattung haben sich unter anderem Schusteramtsleuchter, Kronleuchter, Grabsteine, Grabplatten und Epitaphe erhalten. Die der Stadt zugekehrte Nordseite mit zwei reichen, von Fensterrosen bekrönten Portalen, die jedoch von Hase weitgehend in der früheren Form und mit altem Steinmaterial erneuert wurden. Das vielfach gestufte spätromanische Querhausportal als Prachtportal mit flankierenden Nischen nimmt die ganze Breite ein, die leicht zugespitzte Archivolte wird von einem Zackenbogen mit Lilienendigungen überschnitten. Zwischen Obergeschoss und Giebel verläuft ein kräftiger Bogenfries, im Giebel eine dreiteilige, pyramidale Fenstergruppe. Das frühgotische Hochzeitsportal, aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts nimmt die Hauptmotive des Querhausportals wieder auf.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Hameln
- Adresse
- Münsterkirchhof
- Gemarkung
- Hameln
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)