Goslar, Stadt, Markt 3, Gildehaus der Gewandschneider (seit 1831: Hotel Kaiserworth)
Ehemaliges Gildehaus der Tuchhändler, erbaut 1494 über den Kellerfundamenten von Vorgängerbauten. Zweigeschossiger Massivbau mit Putzfassade in Ecklage, traufständig zur nördlichen Marktseite, giebelständig zur östlichen Worthstraße. Zum Markt im Erdgeschoss eine Arkadenreihe mit sechs Rundbögen, darüber wohl ehemaliges Saalgeschoss mit einem mittig platzierten, zweigeschossigen Schmuckerker auf der Grundfläche eines halben Achtecks, mit welscher Haube. Satteldach in Schieferdeckung. Im Obergeschoss der Marktseite in den Wandflächen zwischen den Fenstern sowie an den Eckpunkten Nischen mit Konsolen und Baldachinen in spätgotischer Gestaltung, verziert mit Fialen und Krabben, darin wohl seit dem 19. Jahrhundert hölzerne Kaiserfiguren aufgestellt, ehemaliges Figurenprogramm (vermutlich Allegorie der Tugenden) nur fragmentarisch erhalten, so die Göttin Abundantia mit darunter hockendem „Dukatenscheißer“. 1780 beim Stadtbrand stark beschädigt und verändert wiederaufgebaut, 1809 unter französischer Verwaltung Inventar versteigert, nach Rückgabe an die Kaufmannsgilde 1816 Umbau zum Hotel, seit 1831 Name „Wort“ umbenannt in „Kaiserworth“. Fassadenbemalung mit Diamantquaderimitation nach Befunden 1990 neu hergestellt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Goslar
- Adresse
- Markt 3
- Gemarkung
- Goslar
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)