Göttingen, Stadt, Wöhlerplatz, Friedrich Wöhler-Denkmal
Das 1890 nach Entwurf des Berliner Bildhauers Ferdinand Hartzer (1838-1906) geschaffene und ursprünglich auf dem Platz vor dem Auditorium (Weender Landstraße 2) eingeweihte Wöhler-Denkmal steht seit 1986 auf dem Wöhlerplatz an der Hospitalstraße, in der Nähe des historischen Chemischen Laboratoriums, der langjährigen Wirkungsstätte und Wohnung des weltberühmten Chemikers Friedrich Wöhler (1800-1880). Das Denkmal besteht aus einem etwas überlebensgroßen Bronzestandbild, darunter ein hohes Postament aus rotem poliertem Granit, das auf zwei ausladenden Stufen steht. Auf der Front des Postaments sind Name und Lebensdaten des Geehrten eingraviert und vergoldet. An den Seiten der bronzenen Plinthe weisen Inschriften auf die Urheber des Denkmals: "F. Hartzer fec. 1899" und "Geg.[ossen] Act.-Ges. Schaeffer & Walker, Berlin". Im Zuge der Neugestaltung des Wöhlerplatzes 1986 erhielt das Kleinpflaster vor dem Denkmal die Abbildung der Strukturformel des Harnstoffs, dessen chemisch Synthese Wöhler 1828 erstmals gelungen war.
Der Kunsthistoriker und Hartzer-Biograph Karl Arndt veröffentlichte 1999 folgende analytische Kurzbeschreibung des Personendenkmals: „Das Standbild zeigt auf sicher proportioniertem Granitsockel den bedeutenden Naturwissenschaftler in souveräner, ja eleganter Haltung, barhäuptig, im seitlich gerafften Mantel, mit sprechend vorgestrecktem Arm – als den akademischen Lehrer also […]. Das etwas unförmig geratene Gebilde zu Füßen der Figur soll ein Stück geschmolzenen Aluminiums darstellen und damit eine der hervorragendsten Leistungen des Gelehrten, die Entdeckung eben dieses Metalls, veranschaulichen. Der markante, aus der Körperachse gegen die rechte Schulter gewendete Kopf gelang dem Künstler geradezu schlagend, obwohl er Wöhler nicht mehr hatte kennenlernen und ‚studieren‘ können. Es waren eine ältere Lithographie und Photographien, dazu eine von der Bildhauerin Elisabeth Ney ‚nach dem Leben‘ modellierte Büste, die ihm als verläßliche Hilfsmittel zur Verfügung standen. Dazu übersandte man Kleidungsstücke des Gelehrten, damit Hartzer in seinem Berliner Atelier sich ‚in den Charakter der Figur Wöhlers hineinzufinden‘ vermöchte (…).“
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Wöhlerplatz
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Bürgerstraße · 102 m
- Göttingen Nikolaistraße · 129 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)