Göttingen, Stadt, Wilhelm-Weber-Straße 13, St. Paulus
Katholische Pfarrkirche St. Paulus, erbaut 1927-1929 nach Entwürfen des Architekten Adam Weinhag (Essen), örtliche Bauausführung durch Bauunternehmer Wilhelm Rathkamp (Göttingen).
Die geostete Basilika liegt in Parallellage zur Wilhelm-Weber-Straße, deren zu einem Vorplatz ausgerichtete repräsentative Westfassade mit Giebel, vorschwingender Eingangshalle und Balkon von zwei gedrungenen Ecktürmen flankiert wird. Die Außenwände des Langhauses gliedern konkav eingezogene Strebepfeiler zwischen den Obergaden-Fenstern. Den Ostabschluss der Kirche bildet eine flachrunde Apsis mit Umgang. Auf der südlichen Straßenseite erhebt sich vorgerückt ein hoher Glockenturm mit Umgang, achteckigem Obergeschoss und Zwiebelhaube. Für die Fassaden wurde als Baumaterial „der wunderbar gefärbte und außerordentlich wetterfeste Muschelkalk aus dem Bruche bei Heiligenstadt im Eichsfeld“ (Adam Weinhag) besorgt, den man steinmetzmäßig betont grob bossierte und damit gestalterisch reizvoll kontrastierte zu den fein scharrierten Gliederungselementen der Lisenen, Gesimse und Fensterrahmungen. Im Westgiebel befindet sich eine Figurennische mit überlebensgroßer Statue des Kirchenpatrons Paulus.
Der monumental wirkende Innenraum wird dominiert von dem breiten Mittelschiff, dem schmale Seitenschiffe angefügt sind, die nach Osten ihre Fortsetzung in einem Chorumgang finden. Die gottesdienstlichen Ausstattungsstücke wurden nach der Liturgiereform neu gestaltet. Eindrucksvoll ist das barockisierende Deckengemälde (1936) des Künstlers Eduard Goldkuhle aus der Wiedenbrücker Schule, das die Apotheose des hl. Paulus und eine Ansicht der Kirche zeigt. Ein Großteil der ursprünglichen Innenausstattung wurde bei einer Sanierung 1958-68 vor dem Hintergrund der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils entfernt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Wilhelm-Weber-Straße 13
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Bühlstraße · 103 m
- Göttingen Waldweg · 110 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)