Göttingen, Stadt, Waageplatz 7, Königlich Hannoversches Obergericht
Das 1854–1856 als Königlich Hannoversches Obergericht Göttingen erbaute Gerichtsgebäude ist eine dreigeschossige Dreiflügelanlage unter flachen Walmdächern, das sich mit ungleichen, westlichen Seitenflügeln rückwärtig an das ältere Gefängnis (Obere-Masch-Straße 9) anschließt und dort mit schlichteren Putzfassaden einen gemeinsamen Innenhof bildet. Die nach außen gerichteten Sandsteinquader-Fassaden sind repräsentativ im Hannoverschen Rundbogenstil gestaltet und bilden eine vollkommen symmetrische Hauptfront nach Osten zum Waageplatz, mit Seitenrisaliten und einer zusammengezogen dreiachsigen Mitte. Über dem Gurtgesims des Sockelerdgeschosses erheben sich zwei von Kantenlisenen eingefasste Hauptgeschosse, die oben mit einem Rundbogenfries und zusätzlich einem Vierpassfries abschließen, auf dem ein klassisches Kranzgesims mit aufliegender Dachrinne sitzt. Die Erdgeschossfassaden weisen vorne und seitlich mehrere Portale mit originalen Türblättern und Zierformen auf. Besonders aufwändig gestaltet sind die beiden rundbogigen Mittelportale, deren eingestellte Dreiviertelsäulen in den Zierkapitellen Personifikationen der Gerichtsbarkeit zeigen. In den Fassaden sind ungewöhnlich zahlreiche (ehemals dunkel gefasste) historische Holzfenster der Erbauungszeit erhalten. Im Innern sind die originalen Grundrissstrukturen überkommen, ebenso wie die Nebentreppenhäuser und das Dachwerk.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Waageplatz 7
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Landgericht/Bahnhof · 254 m
- Göttingen Weender Straße-West · 175 m
- Göttingen Weender Straße-Ost · 205 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)