Göttingen, Stadt, Vereinigte Kliniken, Gruppe baulicher Anlagen
Komlex der ehemaligen „Vereinigte Kliniken“ zwischen Goßlerstraße, Kreuzbergring und Humboldtallee mit den Bauten der neuen Göttinger Universitätskliniken, einschließlich Einfriedungen, errichtet ab 1884 als Komplex von mehreren Krankenhaus- und medizinischen Institutsbauten mit zugehörigen Wirtschafts- und Nebengebäuden. Der älteste Baubestand ist gestalterisch gut erkennbar und folgt offenbar einem von Anfang an angelegten Gestaltungskonzept in neugotischer Stillage, vor allem ablesbar am Fassaden-Leitmotiv des gelben Klinkermauerwerks mit braun glasierten Zierstreifen, das auch bei den Pfeilern der Mauer- und Gittereinfriedung verwendet wurde, die durch Tore und Einfahrten Zugang auf das ehemals abgeschlossene Gelände erlaubte. Das markante Erscheinungsbild dieses Gestaltungskonzepts war Jahrzehnte lang weiter bestimmend auch für gestalterisch angepasste An- und Ergänzungsbauten. Quer verlaufende Mauerabschnitte im Süden und nördlich des ehemaligen Heizhauses zeugen von älteren Grenzen des Krankenhausgeländes.
Die Gebäude entstanden zeittypisch in separaten Gebäuden (teilweise pavillonartig) auf einem parkartig angelegten Gelände, dessen historische Freiflächen überkommen sind. Als Haupterschließung in Ost-West-Richtung zwischen Goßlerstraße und Humboldtallee diente von Anfang an der „Kliniken-Hauptweg“ (seit 1999 Käte-Hamburger-Weg). Der in Süd-Nord-Richtung angelegte alte Weg der Binnenerschließung erhielt 1999 den Namen Heinrich-Düker-Weg.
Die medizinischen Institute der Göttinger Universitätskliniken waren zuvor auf Einzelgebäude in der Innenstadt verteilt gewesen. Für den neuen Komplex ausgesucht und neu erschlossen wurde das nördlich der Altstadt gelegene Areal „Im Weender Felde“ zwischen den neu angelegten Straßen Goßlerstraße und Humboldtallee (bis 1965: Kirchweg). Die Straßenbenennung von 1889 erfolgte nach dem 1881-91 amtierenden preußischen Kultusminister Gustav von Goßler, einem maßgeblicher Förderer der neuen Kliniken; Goßler war auch Lehrbeauftragter und Ehrendoktor der medizinischen Fakultät der Universität Göttingen. Wesentliche Planungsvorgaben kamen aus dem Berliner Ministerium der öffentlichen Arbeiten, die dann im Göttinger Universitätsbauamt (geleitet von Kreisbauinspektors Hans Breymann) ausgearbeitet wurden. Die Bebauung begann Mitte der 1880er-Jahre mit den Wirtschaftsgebäuden sowie den Medizinischen und Chirurgischen Kliniken und setzte sich in mehreren Abschnitten fort. 1905 wurde das „Institut für landwirtschaftliche Bakteriologie“ (Goßlerstraße 16A, Ecke Kreuzbergring) eingeweiht sowie 1938 das „Physiologische Institut“ (Humboldtallee 23, Ecke Kreuzbergring).
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)