Göttingen, Stadt, Theaterstraße 7, Akademiegebäude
Gartenhaus von Ulrichs Weinhandlung mit seitlichen Erweiterungen und Vorplatz. Der große 1831 nach Plänen von Christian Friedrich Andreas Rohns entstandene und ehemals freistehende Mittelbau ist zweigeschossig unter einem traufständigen Satteldach. Seine symmetrisch ausgebildeten Fachwerkfassaden waren ehemals monochrom hell gestrichen (vgl. Fotos von 1955, 1965). Der jetzt (Stand Mai 2026) grafisch kontrastierende Farbanstrich ist nicht historisch und wohl erst aus der Zeit um 1970. Besonders ausgezeichnet sind die breiten Längsfassaden durch die elegante Bildung von fünf Achsen breiten Mittelrisaliten, die nur wenig vortreten, jedoch im Sockel und im Kranzgesims deutlich verkröpft sind und seitlich bloß eine etwas ausgestellte Fensterachse übriglassen. Typisch für die 1830er/1840er Jahre in Göttingen ist die Ausbildung der an der Nordseite vorgelagerten, repräsentativen Freitreppe (ehemals zum Wirtschaftshof, heute zur Theaterstraße) mit tonnenschweren, monolithischen Sandsteinblöcken, die als einfassende Wangen dienen (vgl. ähnlich Aulagebäude Wilhelmsplatz 1, Bj. 1835-37 und Hospital Geiststraße 9-10, Bj. 1846-50). Ebenfalls zeittypisch für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Innern die Treppenanlage mit hölzernem Stabgeländer und Längsgurten. Baustilistisch altertümlich hingegen wirken die Giebeldreiecke der Dachgauben sowie das Kranzgesims wegen der relativ starken, ‚barocken‘ Profilierungen.
Zum Kerngebäude von 1831 gehört der kleine Nordwestanbau, der den Treppenabgang zum überaus großen Gewölbekeller der ehemaligen Weinhandlung birgt, der sich unterm ganzen Gebäude mit sechs mächtigen Mittelpfeilern zweischiffig über zweimal sieben kreuzgratgewölbte Joche erstreckt, heute aber teilweise durch jüngere Trennmauern unterteilt ist. Zum Keller besteht wissenschaftlicher Forschungsbedarf, wegen des Verdachts der Übernahme von Teilen des mittelalterlichen Vorgängerbaus. In diesem Zusammenhang bedürfen auch die drei steinernen Kopfmasken auf der Stirn des unteren Kellertorbogens einer Klärung (vgl. schon Zeitungsartikel im Göttinger Tageblatt, 28./29.10.1978: „Beim Spaziergang durch Göttingen entdeckt“). Hinterm Nordwestanbau schließt ein zweigeschossiger Fachwerkbau auf trapezförmigem Grundriss an, der sich an den Westgiebel des Ulrichs’schen Gartenhaus-Mittelbaus anschmiegt und im Kern noch von 1831 stammt, allerdings vorne und hinten zweimal im 20. Jahrhundert aufgestockt und dadurch mit einem asymmetrischen Satteldach versehen ist. An den Ostgiebel des Ulrich’schen Gartenhauses schließt sich ein reich durchfensterter, zweigeschossiger Fachwerkanbau von 1950 an, der gleichzeitig mit der Kellerdurchfahrt errichtet wurde, die mit Rampen versehen von der Theaterstraße zum Garten vermittelt. Beide Fachwerkanbauten weisen keine eigenen Eingänge auf und sind nur intern über das Mittelgebäude erschlossen.
Im Innern des Mittelgebäudes sind die bauzeitlichen Grundrisse mit Diele und quer verlaufendem Flur ablesbar. Hauptschmuckstück ist die bauzeitliche Treppe vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss mit ihrem Stabgeländer. Die Räumlichkeiten sind in ihren Oberflächen größtenteils überformt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Theaterstraße 7
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Landgericht/Bahnhof · 660 m
- Göttingen Theaterstraße · 36 m
- Göttingen Jüdenstraße · 161 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)