Göttingen, Stadt, Obere-Masch-Straße 9, Amt- und Criminal Gefangenhaus zu Göttingen
Das 1836 erbaute ehemalige „Amt- und Criminal Gefangenhaus zu Göttingen“ an der Obere-Masch-Straße ist ein dreigeschossiger Massivbau unter flachen Satteldächern, mit Putzfassaden auf H-förmigem Grundriss. Vorne-westlich, rechts-südlich und hinten-östlich befinden sich drei Höfe, wobei die beiden Höfe an den Straßenseiten mit hohen Mauern als Spazierhöfe für Gefangene dienten. Die Fassaden waren ehemals mit einer feinen Putzquaderung versehen. Markant sind die an Formen der sogenannten Revolutionsarchitektur angelehnten flachen Rundbogennischen als hauptsächliche Fassadengliederungsmotive, welche die giebelständigen Stirnseiten der Seitenflügel in voller Höhe durchlaufen. Gestalterisch ähnlich ist die Neue Kaserne (heute Stadthaus) am Göttinger Hiroshimaplatz vor dem Geismartor, ebenfalls und fast zeitgleich von Praël und Rohns errichtet. Im Innern spiegeln die Grundrisse die in der ursprünglichen Bezeichnung genannte Doppelfunktion, die nicht nur in der Straßenfassade nach Westen zwei Haupteingänge verursachte, sondern auch unterschiedliche Raumstrukturen. Die Gefängniszellen waren ursprünglich wohl vor allem im Mittel- und im Südtrakt untergebracht. Die Sicherungsfunktion des Gebäudes drückt sich markant und zeugnishaft durch dicke Mauern sowie vergitterte und teilweise hochliegende Fenster aus.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Obere-Masch-Straße 9
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Landgericht/Bahnhof · 237 m
- Göttingen Weender Straße-West · 197 m
- Göttingen Weender Straße-Ost · 227 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)