Göttingen, Stadt, Kasseler Landstraße 1A, Trauerhalle, jüdischer Friedhof Göttingen
Trauerhalle der nach dem Zweiten Weltkrieg wiederbegründeten Synagogengemeinde Göttingen, erbaut 1954 auf Kosten der Stadt auf dem jüngeren östlichen Teil des jüdischen Friedhofs. Schlichtes, kleines Gebäude mit Fassaden aus geschlämmtem Sichtbacksteinmauerwerk unter Satteldach mit knappen Überständen an den Ortgängen. Die nördliche Giebelfassade nimmt eine breite Rundbogenöffnung mit zweiflügeligem Tor ein. Der leere Innenraum ohne feste Einbauten ist von einer bogenförmigen, rohen Deckelschalungs-Holzdecke überspannt. Im Gebäude wird bei Bedarf die Chewra Kadisha (Beerdigungsgesellschaft) tätig und nimmt die rituelle Leichenwaschung (Tahara) und Vorbereitung der Bestattung vor. Einen für ein Taharahaus üblichen Wasseranschluss gibt es allerdings nicht. Das Südende des Gebäudes beinhaltet einen separaten Abstellraum mit eigener Eingangstür im Südgiebel. Die Trauerhalle ist das einzige erhaltene bauliche Zeugnis der jüdischen Nachkriegsgemeinde Göttingens und eine der wenigen, die nach 1945 in Niedersachsen auf einem jüdischen Friedhof errichtet wurden. Ihre Bau- und Fassadengestaltung ähnelt sehr den zeitgleichen Bauten des Göttinger Architekten Diez Brandi, dessen Beteiligung aber bislang nicht nachgewiesen ist.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Kasseler Landstraße 1a
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Posthof · 124 m
- Göttingen Stadtfriedhof · 291 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)