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Göttingen, Stadt, Johanniskirchhof 4, St. Johanniskirche

Kirche · Einzeldenkmal · Göttingen, Stadt

Die evangelisch-lutherische St. Johanniskirche entstand als mächtiger Kirchenbau westlich des Rathauses auf einer platzartigen Erweiterung zwischen Johannisstraße und Paulinerstraße, welche als Johanniskirchhof den Bezirk des ehemaligen Gemeindefriedhofs markiert.
Der heutige, aus Rotsandsteinquadern bestehende Bau wurde Ende des 13. Jahrhunderts mit dem zweijochigen 5/8-Chor begonnen und fast zur gleichen Zeit am aus Kalksteinbossenquadern errichteten Westbau fortgeführt, wobei man das mehrfach umgebaute und restaurierte Westportal der Zeit um 1290 spitzbogig veränderte. Dann erst wurden die dreischiffige, vierjochige Halle mit fast quadratischen Mittelschiffjochen, die oktogonalen Turmabschlüsse und das Glockenhaus mit reichem Maßwerk erneuert bzw. fertiggestellt. Das erhaltene mittelalterliche Dachwerk entstand in drei Abschnitten bis 1348 (d). Das hohe Südportal mit Laubwerk in den Archivolten ist wohl nachträglich noch im Mittelalter eingefügt worden. Der hoch aufragende nördliche Turmaufsatz ist von der Form her noch gotisch (nach Brand 2005-06 erneuert), während der südliche mit einer barocken Haube gestaltet ist, was dem Türmepaar sein charakteristisch asymmetrisches, wahrzeichenhaftes Erscheinungsbild gibt.
Im Kircheninneren ruhen die Kreuzrippengewölbe auf achteckigen Pfeilern mit pflanzlich dekorierten Kämpferbändern und auf kapitelllosen Birnstäben als Wanddiensten, die Rippen der längsoblongen Seitenschiffjoche auf Kopfkonsolen. In den 1790er-Jahren erfuhr der zwei Joche lange Chor einen durchgreifenden klassizistischen Umbau nach Plänen von Georg Heinrich Borheck, der 1895-97 unter Leitung von Conrad Wilhelm Hase wieder wurde, wobei bei der Regotisierung ein erfundener ‚Umgangschor‘ durch Einstellen eines Freipfeilerpaars für die Neuwölbung entstand. Die zugleich hinzugekommene neugotische Hase-Kirchenausstattung wurde später einer schlichten Innenraummodernisierung von 1964-66 geopfert, die wiederum 2014-21 einer neugestaltenden Umnutzung zur „Bürgerkirche“ wich.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Göttingen
Adresse
Johanniskirchhof 4
Gemarkung
Göttingen

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)