Göttingen, Stadt, Humboldtallee 13, Chirurgische Klinik der Vereinigten Kliniken Göttingen
Chirurgische Klinik der „Vereinigten Kliniken“ Göttingen, erbaut 1889-1891. Breit gelagerter, nach Süden geöffneter dreiflügeliger Baukomplex mit rückwärtigem Operationssaalanbau. Im Gegensatz zu den meisten anderen Klinikbauten der „Vereinigten Kliniken“, die sich zu den außen vorbeiführenden Straßen (Goßlerstraße, Humboldtallee) orientierten, wurde die große Gesamtanlage der Chirurgischen Klinik zum quer verlaufenden früheren „Klinik-Hauptweg“ (seit 1999: Käte-Hamburger-Weg) ausgerichtet. Der zweieinhalbgeschossige Klinikbau ist im Wesentlichen in drei Baukörper geteilt: In der Mitte befindet sich der breitgelagerte eigentliche chirurgische Institutsbau, an dessen nördlicher Rückseite ein Baukörper mit großem Schauoperationssaal auf polygonalem Grundriss angefügt ist. Der Südseite des Institutsbaus seitlich vorgelagert und durch eingeschossige, geschlossene Gänge angebunden, sind zwei Flügelbauten als Krankenbetten-Häuser, separat für Männer und Frauen vorgesehen. Deren ehemals offene Südloggien wurden später mit Fenstern verschlossen. Alle historischen Fassaden sind im Stil der übrigen frühen Krankenhausbauten hauptsächlich mit gelbem Klinkermauerwerk und braun glasierten Zierbänderungen gestaltet. Den südlichen Haupteingang bildet ein Vorbau mit hölzernem Zierdach. Die gegliederten, schiefergedeckten Dächer des Gebäudes bilden die Baukörperverteilung ab und wirken mit Konsolgesims und Schwebegiebeln als wichtige Gestaltungselemente. Im Inneren sind bauzeitliche, wandfeste Ausstattungen wie die repräsentativen Treppenhäuser, Grundrisse, Türen usw., im Schauoperationssaal die aufsteigenden Bankreihen sowie darüber ein aufwändiges Dachtragwerk erhalten.
Die ab 1889 erbaute Chirurgische Klinik entstand als zweiter und größter Klinikbau des neuen Krankenhausviertels „Vereinigte Kliniken“ unter dem Institutsdirektor Franz König (eine Stele mit König-Büste befand sich ehemals auf der Freifläche südlich vor dem Gebäude), nach Entwurfsskizzen des Landbauinspektors Albert Kortüm; die Oberleitung der Bauausführung lag bei Landbauinspektor Hans Breymann. Das Bauvorhaben wurde im renommierten „Centralblatt der Bauverwaltung“ 1887 vorab musterhaft veröffentlicht.
Nach dem Auszug der Mediziner und universitärer Umnutzung wird das Gebäude (Stand 2022) als „Jacob-Grimm-Haus“ für die Institute der Deutschen und Englischen Philologie genutzt. 1984 wurde der nördlich angefügte Schauoperationssaal zum Studententheater „ThOP“ (Theater im OP) umgenutzt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Humboldtallee 13
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Humboldtallee · 125 m
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)