← Alle Baudenkmäler← Alle Gemeinden← Göttingen, Stadt

Göttingen, Stadt, Geismar Landstraße 11, Beobachtungsterrasse der Sternwarte

Terrasse · Einzeldenkmal · Göttingen, Stadt

Beobachtungs-Terrasse der ursprünglich von Carl Friedrich Gauß geleiteten Königlichen Sternwarte Göttingen, entstanden gleichzeitig mit dem ab 1803 darauf erbauten Gebäude. Die Disposition einer Dreiflügelanlage auf einem Terrassen-Podium geht zurück auf einen Entwurf von Universitätsbaumeister Georg Heinrich Borheck, der dem Vorbild der Sternwarte auf dem Seeberg bei Gotha folgte. Die Terrasse diente nicht nur dem Ausgleich des leicht nach Norden ansteigenden Geländes, sondern vor allem als hervorgehobene Arbeitsfläche für Instrumente zu ungestörten astronomischen, geophysikalischen und geodätischen Beobachtungen.
Die bis zu etwa 2 Meter hohe Beobachtungs-Terrasse umschließt auf rechteckigem Grundriss das dreiflügelige Sternwarten-Gebäude im Westen, Süden und Osten, lässt aber die Nordseite und den Innenhof frei. Dadurch entsteht von den Hauptansichtsseiten im Garten aus der Eindruck eines hohen Podiums, auf dem sich das klassizistische Gebäude repräsentativ erhebt. Die geböschten Einfassungsmauern der Terrasse bestehen aus hammerrechten Kalksteinen, die Eckeinfassungen aus sorgfältig bearbeiteten roten Sandsteinquadern mit Zierfugen. Den oberen Abschluss bildet ein profiliertes Sandsteingesims mit darauf in rhythmischen Abständen aufgestellten mächtigen Sandsteinpfosten, zwischen denen filigrane, eiserne Ziergeländer mit verschiedenen Gusseisenornamenten aufgestellt sind. Inmitten der Hauptfront der Südseite führt eine tief eingezogene breite Freitreppe vom Garten hinauf auf die Terrasse und auf dem Haupteingang zu. Die Terrassenflächen sind in der Front etwa 10 m und an den beiden Seiten etwa 8 m tief. Der Boden ist bis auf die plattierten Zugangswege und Instrumentenstandorte mit Rasen ausgelegt. Wie auch im Garten befinden sich ebenfalls auf der Instrumenten-Terrasse an verschiedenen Stellen historische Sandsteinpfeiler und Messpunkte, die als Sockel für Beobachtungen und Vermessungen verwendet wurden.
Vor der westlichen Stützmauer ist eine (nachträglich angebaute und im 20. Jahrhundert substanziell erneuerte) Nebentreppe angelegt, die zur direkteren Verbindung von der Sternwarte aus hinab zum 1833 erbauten Gauß’schen „Magnetischen Observatorium“ diente.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Göttingen
Adresse
Geismar Landstraße 11
Gemarkung
Göttingen

ÖPNV in der Nähe

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)