Göttingen, Stadt, Angerstraße 3, Gasthaus Zum Anger
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Walmdach in von der Angerstraße zurückgesetzter Lage und in auffälliger Schrägstellung, die sich in der Nähe des Leinekanals möglicherweise an der hier ehemals abzweigenden „Kuhleine“ orientierte. Die Baugeschichte des spätbarock anmutenden Gebäudes ist unerforscht und noch ungeklärt: Das Erbauungsjahr könnte ausweislich der Fachwerkformen noch in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren (Forschungsbedarf; vgl. mit ähnlicher Fachwerkstruktur: Pfarrhaus Angerstraße 14 von 1777). Auffällig ist an der südlichen Längsseite ein leicht vortretender und drei Achsen repräsentativ-breiter Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel, der zu einem noch im Prizelius-Stadtplan (um 1861) dargestellten großen Hof (Garten?) ausgerichtet war. Aus der städtischen Bauakte ist bekannt, dass das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als Gastwirtschaft „Zum Anger“ mit Versammlungsräumen diente. Aus dieser Nutzungszeit stammt der 1905 erbaute und 1933 erweiterte Abortanbau aus Backsteinmauerwerk, der teilweise vor dem Fachwerkrisalit sitzt. Später erfolgten Umnutzungen mit Verlags- und Wohnräumen, auch zu Möbelschauräumen. Unter der Ostseite befindet sich ein offenbar nachträglich eingebauter kleiner Keller mit Backsteinaußenwänden und Eisenträgerdecke. Im Innern sind über dem überformten Erdgeschoss im oberen Stockwerk alte Grundrissstrukturen mit Sälen teilweise ablesbar und als wandfeste Ausstattungen Dielenböden und Türen mit Rahmungen erhalten. Die vollständig erhaltene historische Dachkonstruktion ist ein Kehlbalkendach mit einfach stehendem Stuhl.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Angerstraße 3B
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)