Göttingen, Stadt, Am Goldgraben 8, Haus Professor Tornau
Zweigeschossiger, unterkellerter Massivbau mit verputzten Fassaden, auf winkelförmigem Grundriss mit Sichtbacksteinsockel und Wintergartenanbau unter einem Biberschwanz-gedeckten Walmdach. Errichtet 1933-34 als Wohnhaus der Familie des Göttinger Pflanzenbau-Universitätsprofessors Otto Tornau nach Plänen des Göttinger Architekten Diez Brandi, in rückwärtiger Lage weitab von der Straße in abgeschirmter Binnenquartierslage. Fassaden und Proportionen sind in den für Brandis Villen typisch gediegenen, handwerklich sorgfältigen Gestaltungsformen der Schmitthenner-Schule gehalten. An der Nordfassade wird die mit einer halbrunden Freitreppe versehene, zweiflügelige Hauseingangstür in verschlichteten Neubarockformen aufwändig von einem roten Kunststeingewände gerahmt, dessen Oberflächen fein scharriert sind. Auf der hohen Türsturzfront befinden sich kalligraphisch gestaltet die Baujahresinschrift „1934“ und die Initialen „O T A“ (für das Bauherren-Ehepaar: Otto Tornau und Anne); diese Inschriften dürften bald nach Erbauung angebracht worden sein, denn ursprünglich befand sich dort ausweislich eines Fotos von 1934 eine angeschraubte Laterne. Am und im Gebäude sind in ungewöhnlich umfangreichem Maße Bauteile und Details der Erbauungszeit erhalten (Fenster, Fensterläden, Haustür, Fenster, Laterne, 3 kleine Balkone; Grundrisse, Treppen sowie als wandfeste Ausstattungen: Balkendecke im Erdgeschossflur, ungefasste Holz-Zimmertüren mit Originalbeschlägen, Bodenbeläge aus Solnhofer Platten und Holzparkett, Esszimmer-Schrankwand wohl versetzt, usw.). Das Wohnhaus diente der sechsköpfigen Familie mit einer Haushälterin. Nach dem Tod Tornaus 1982 blieb das Haus im Familienbesitz, wurde aber behutsam in ein Zweifamilienhaus umgewandelt, wobei das nun separat genutzte Obergeschoss vom westlichen Nebeneingang und dem dort gelegenen Treppenhaus erschlossen wird.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Göttingen
- Adresse
- Am Goldgraben 8A
- Gemarkung
- Göttingen
ÖPNV in der Nähe
- Göttingen Bühlstraße · 202 m
- Göttingen Theaterplatz · 265 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)