NaTour up Rad
- Fahrrad

Die Radtour auf dem 44 km langen Rundkursdurch die Samtgemeinde Freren ist die perfekte Art und Weise, in der Natur zuentschleunigen. Sie führt vom Marktplatz in Freren, der kleinsten Stadtim Emsland, durch die umliegenden Dörfer. Die Geschichte und Geschichten vom Heuerlingswesen,in Nordwestdeutschland bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreiteHand- und Spanndienste von landlosen „Heuerlingen“ für Bauern für eineUnterkunft und ein Stück Ackerland, finden sich links und rechts vomFahrradlenker ebenso wieder wie die der „Tödden“. So bezeichnete man diereisenden Händler, sogenannte „Hollandgänger“, die ab dem 17. Jahrhundert durchdas Land zogen, um Leinen, Kurz- und Eisenwaren „an den Mann“ zu bringen.Einige Abschnitte der „NaTour up Rad-Tour” überschneiden sich mit dem „Töddenland-Radweg“ . (Ein rund 120km langer Rundkurs durch das historische „Töddenland“). Wer unterwegs mehrwissen möchte, kann sich anhand der Info-Tafeln mit dem markanten Logo desRadweges über die ehemaligen Wanderhändler informieren. Im Stadtzentrum von Freren erinnert das JüdischeBethaus aus dem 19. Jahrhundert an das jüdische Leben im Emsland vor 1938und ist heute ein Zentrum der Begegnung und Bildung. Nun geht es raus aus der Stadt und raus aufsLand! Die Blicke schweifen bei der Fahrt Richtung Andervenne über die Wiesenund Felder und auf die großen Hofstellen – teilweise existieren hier und danoch urige Heuerhäuser. Im Jahr 1904 errichteten die Eheleute AugustLeugers und Elisabeth Hülsmann am Ortsrand von Andervenne einen Mühlenbetrieb.Der alten Korn- und Sägemühle sieht man die traditionelleFamiliengeschichte heutzutage nicht mehr an, denn das technische Kulturdenkmalwurde im Jahr 2020 in den Neubau des Kindergartens St. Andreas in Andervenneintegriert. Knotenpunkt für Knotenpunkt geht es weiter übers Land. Der Hofladenvon Familie Mithöfer lädt in Settrup zu einer kurzen Pause ein. Neben denProdukten aus der eigenen Schäferei gibt es weitere regionale Leckereienwie Wurst, Brot, Kräuter, Eingemachtes und Bier von der Landhaus-BrauereiBorchert aus Lünne. Das Gut Hange südöstlich von Freren wurdeerstmals erwähnt im 13. Jahrhundert als Rittersitz des Otto von Hange. Das ehemaligeRittergut wurde auch als Wasserburg über die Jahrhunderte vonverschiedenen Familien bewohnt. Nachdem im Jahr 1910 die Schwestern desFranziskanerordens aus Thuine das Haus übernahmen und dort im Jahr 1918 einelandwirtschaftliche Haushaltungsschule eröffneten, zog im Jahr 2015 mit der 5.Männerfazenda in Deutschland neues Leben ein. „Fazenda da Esperança“ istPortugiesisch und bedeutet übersetzt „Hof der Hoffnung“. Bewirtschaftet werdendiese Höfe von einer ordensähnlichen Gemeinschaft. Das alte, parkähnliche Arealvon Gut Hange ist zugänglich. Sonntags können Ausflügler im Hofcafé einkehren. Mit ein bisschen Glück bemerkt man beim„Radeln nach Zahlen“ in der Bauernschaft Lohe südwestlich von Freren die GroßeAa, einem vergleichsweise kleinen Nebenfluss der Ems, der parallel zurRadstrecke gen Beesten verläuft. Rund um Beesten wurden Flachs und Hanfangebaut, die Rohstoffe für das Haupt-Handelsprodukt der Tödden – dem Leinen.Mitte des 18. Jahrhunderts sorgten die Tödden in der bis dahin vonLandwirtschaft dominierten Gemeinde für eine erste wirtschaftliche Blütezeit. Dasliebevoll restaurierte Töddenhaus Urschen zeugt davon und ist einenkleinen Abstecher in Beesten wert. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus der Kaufmannsfamilie Möller, genannt Urschen,dessen älteste Bauteile auf das Jahr 1512 zurückgehen. Heutzutage dient dasdenkmalgeschützte Gebäude als Gemeindebüro und als Heimathaus. Und wer sich„traut“, kann dort auch heiraten. Einige Fahrradknotenpunktespäter trifft man in Thuine mit dem Kloster der „Thuiner Franziskanerinnen“auf eine der bedeutendsten Klostergründungen im Emsland. Eine Führung durchdas Klostergelände mit dem Mutterhaus des Ordens, der Christus-König-Kirchesamt Anbetungskapelle und der Georgskapelle ist nach vorheriger Absprachemöglich. Einen „Emsland-Rekord“ teilt sich Thuine mitdem benachbarten Dorf Langen: Der Windmühlenberg zwischen den beidenOrten ist mit 91 Metern die höchste Erhebung in der Region. Steigungsfrei geht es für die Radler weiter indas Waldgebiet nordöstlich von Thuine. Dort steht unweit des Radweges dasbemerkenswerte Großsteingrab in der Kunkenvenne. Bemerkenswert deshalb,weil die Kammer des Megalithgrabes mit über 25 Metern Länge ein Riese unter denGrabkammern ist, und weil das Ganggrab von sehr seltenen zwei Steinkränzengerahmt wird.
- Länge
- 43.7 km
- Dauer
- 2 Std. 54 min
- Höhenmeter
- ↑ 176 m · ↓ 176 m
- Start
- Beginn der Tour
Bild: Samtgemeinde Freren (Lizenz CC BY-SA)
Quelle: Emsland Tourismus GmbH, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)