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Bassum, Stadt, Am Kirchhof 2, Stiftskirche Bassum (ehem. St. Mauritius und St. Viktor)

Kirche · Einzeldenkmal · Bassum, Stadt

Spätromanisch-frühgotische gewölbte Stufenhalle aus Backstein mit Querhaus, Chor und drei Apsiden. Ehemals Doppelturmfassade (zumindest geplant), heute Westfront mit hohem, leicht vortretenden Mittelteil, darin Säulenportal, darüber spitzbogiges Fenster, im Giebel Oculus, an den Kanten Lisenen, am Giebel ansteigender Bogenfries. An den Längsseiten zwei Fensterreihen übereinander, unten rundbogig, oben spitzbogig, Strebepfeiler nachträglich. Einheitliches Satteldach. An der Nordseite weiteres Portal. Querhausfronten mit Portalen (im Süden Säulenportal, im Norden Gewändeportal mit rahmendem Giebelfeld, darin drei Blendbögen) mit Lisenen und Bogenfries, darüber Giebel mit Dreipassoculus (heute blind), unter Satteldächern. An der Ostseite des Querhauses im Norden halbrunde Apsis, im Süden rechteckig ummantelte Apsis. Rechteckiger, niedriger Vierungsturm mit zwei gekuppelten Spitzbogenfenstern auf jeder Seite, unter Pyramidendach. Chor mit zwei Rundbogenfenstern auf jeder Seite und Traufgesims unter Satteldach, die Ostseite als Schaugiebel mit seitlich Zwillingsblendbögen unter Gesims, im Giebel sieben ansteigende z. T. spitze, z. T. runde Blendbögen auf Konsolen, die mittlere auf Lisenen mit Kämpfern, darin einbeschrieben drei rundbogige Nischen. Halbrunde Hauptapsis auf Quadersockel, drei große Rundbogenfenster zwischen Lisenen, abschließend Bogenfries, unter Halbkegeldach.
Innen Langhaus mit vier Doppeljochen im gebundenen System (das erste begleitet von den Turmräumen). Stützenwechsel von kreuzförmigen Bündelpfeilern (Nordseite mit Säulenvorlagen) und Rechteckpfeilern, jeweils mit Kämpfern. Seitenschiffe mit Kreuzgratgewölben auf Vorlagen (auf der Nordseite zum Mittelschiff zusätzlich Säulenvorlagen) und spitzen Gurtbögen, Mittelschiff mit Bandrippen auf Konsolen, z. T. darüber Säulchen, und spitzen Gurt- und Schildbögen. Vierung, Querarme und Chorjoch ebenfalls mit Bandrippengewölben, in den Querarmen auf schräggestellten Vorlagen, auf der Ostseite der Vierung auf verkröpfter Kapitellzone mit eingestellten Säulenvorlagen. Kapitellskulptur vielfältig, z. T. Würfelkapitelle, z. T. Blattkapitelle, z. T. figürliche Kapitelle.
Chor 1. Viertel 13. Jh., Langhaus um 1230 begonnen als Basilika, ab um 1250 bis um 1270 als Hallenkirche ausgeführt. Türme wohl nach Brand 1327 abgetragen. 1797 erneuter Brand. 1866-1869 restauriert von Conrad Wilhelm Hase.
Von der mittelalterlichen Ausstattung nur Holzkern eines Reliquienschreins, dazu einige Epitaphien und Grabmäler des 16.-17. Jhs., alles übrige wohl 1797 vernichtet. Von der Restaurierung unter Conrad Wilhelm Hase das Bodenmosaik im Chor, die Orgel, die Kanzel, der Taufstein, das Lesepult und das Chorgestühl.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Bassum
Adresse
Am Kirchhof 2
Gemarkung
Bassum

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)