Bad Nenndorf, Stadt, Kuranlagen Bad Nenndorf, Gruppe baulicher Anlagen
Landschaftlich gestaltete Kurparkanlage mit bis zu 200 Jahre altem Baumbestand, die mit dem unteren Kurbezirk rund um die Esplanade, dem Galenberg und dem anschließenden Erlengrund eine Fläche von insgesamt 35 Hektar einnimmt und in ihrem Ursprung auf die Planungen des Kasseler Hofarchitekten Simon Ruis Du Ry aus dem Jahr 1789 zurückgeht. Kernstück des Kurbetriebs ist bis heute die halbkreisförmige, dicht mit Linden bepflanzte Esplanade mit den Hauptbrunnen. Östlich schließt sich am Hang des Galenbergs der ab 1790 vom hessischen Hofgärtner Georg Wilhelm Homburg geplante „englische Garten“ an, dessen weite Rasenflächen mit Gruppen heimischer und exotischer Gehölze besetzt sind. Er ist durch geschwungene Wege erschlossen, gewährt teils weite Durchblicke bis in die umgebende Landschaft und mündet in den bewaldeten Höhen des Galenbergs mit Aussichtspunkten und Staffagebauten. Im Norden wurde die alte hannoversche Heerstraße 1792 beidseitig mit Buchen bepflanzt und als Zufahrt zum Bad angelegt. Der südlich an den bestehenden Kurpark anschließende Erlengrund mit seinen geschützten Ruheplätzen und Teichen ist ab 1903 nach Plänen des königlichen Brunnengärtners Carl Thon landschaftlich gestaltet und 1908 nochmals erweitert worden und verbindet seither den Kurpark mit den Wäldern des Deisters. Auf Thon geht auch die Anpflanzung der etwa 500 Meter langen Süntelbuchenallee zurück, und 1926 entstand nach seinen Entwürfen der im gemischten Stil und nach mediterranen Vorbildern angelegte Sonnengarten südwestlich der Esplanade mit Fontänenbecken, Staudenbeeten und Pavillon. Ab 1971 ist der Kurparkbereich zwischen Schlößchen und Großem Badehaus unter Erhaltung des alten Baumbestands modern umgestaltet worden.
Innerhalb der Parkanlage mit hohem ästhetisch-gestalterischem Anspruch befinden sich zahlreiche Parkarchitekturen, darunter Klein- wie Großbauten des 18. und 19. Jahhrunderts. Zu nennen wären u.a. das Kurhaus, das neue und das alte Kurbadehaus sowie die neubarocke Hotelanlage im Nordwesten, Palais- und Residenzbauten entlang der ehemaligen Haupt-Kurpromenade. Diese Achse verläuft von der Haupt- auf die Parkstraße und trennt räumlich wie auch gestalterisch den eher formalen Park im Westen von dem als Landschaftspark gestalteten Teil mit zahlreichen Kleinarchitekturen, u.a Brunnenschachthäuschen und Pavillonbauten.
- Denkmalschutz-Kennung
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)