Bad Bentheim, Stadt, Schloßstraße, Schloss Bentheim
Solitäre Lage des Bad Bentheimer Schlosses auf einem Felsenberg, Erschließung durch äußeres und inneres Burgtor in den mächtigen, im Kern mittelalterlichen Ringmauern, die die ausgedehnten und vielfältigen Baugruppen mit den zinnenbewehrten Türmen der scheinbar aus dem Fels wachsenden Burg verbinden. Palas („Kronenburg“) als westliche Begrenzung der Anlage mit neugotischer Fassade und markantem Treppengiebel als zweigeschossiger, dreiflügeliger Sandsteinbau von 1880-90 errichtet. Im Kern frühmittelalterliche Höhenburg, davon in den Bau einbezogene Steinwerke aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Gemächer und festliche Säle, beispielsweise der Rittersaal im Palas. Nebengebäude und zwei Türme erhalten, darunter im Südwesten der Burganlage der runde Batterieturm aus ungegliedertem Quadermauerwerk mit Kegeldach und ablesbarer Nutzung für schwere Geschütze. Im Kern aus dem 15. Jahrhundert, vorkragend auf spätgotischem Bogenfries, Balkone und ehemalige Renaissance-Erker vorhanden. Weiterhin im Südosten der 30 m hohe mächtige Bergfried, sogenannter Pulverturm, auf rechteckigem Grundriss mit vier bekrönenden Ecktürmen und 5,5 m dicken Außenmauern aus Quadermauerwerk errichtet. Im Kern aus dem 15. Jahrhundert als freistehender Bergfried, im 16. Jahrhundert und 1706 renoviert. Im Norden der Anlage Katharinenturm mit Katharinenkapelle, gotischem Kirchensaal und hölzerner Empore als Ergänzung des Ensembles, im Ursprung wohl 13. Jahrhundert. Im Untergeschoss der quadratische Chor der ehemaligen Schlosskapelle überliefert. Westlich angrenzendes Langhaus aus dem 13. Jahrhundert. 1774 der Marstall als langgestreckter, anfangs eingeschossiger rechteckiger Bau aus Sandsteinquadern ergänzt. Wenig später mit einem Wohngeschoss aufgestockt. Der zweigeschossige Verbindungsbau zwischen Marstall und Kronenburg stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Norden, Süden und Osten Zwingerbereiche. Im Osten der Burganlage gelegen, südlich an den Katharinenturm angrenzend, das Obere Tor als zweigeschossiger Massivbau mit mittiger Tordurchfahrt. Im Kern wohl von 1643, um 1680-93 mit ornamentierten Fenstern umgebaut. Das Brunnenhaus als eingeschossiger Bruchsteinbau mit mittelalterlichem Brunnen im Nordende der Schlossanlage zwischen Heidentempel und dem nördlichen Zwingerbereich liegend. Weiterhin im Schlosshof das 2,7 m hohe Steinkreuz des "Herrgotts von Bentheim", eine Christusfigur in Sandstein aus dem Jahr um 1100. Bis 1543 Standort auf dem Kreuzkamp, am südlichen Burgberg, bis 1828 verschollen, 1868 in den Schlosshof zwischen Marstall und Pulverturm transloziert. Bauzeitliche Architektur- und Ausstattungselemente des Historismus, insbesondere im Palas erhalten und der Öffentlichkeit in Form eines Museums zugänglich gemacht.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Bad Bentheim
- Adresse
- Schloßstraße
- Gemarkung
- Bad Bentheim
ÖPNV in der Nähe
- Bad Bentheim Zentrum · 254 m
- Bad Bentheim Nordring · 476 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)