Wolfgang Wittrock
- GND-Nr.
- 1028625405
Wolfgang Wittrock (* 1. Mai 1947 in Cuxhaven) ist ein deutscher Kunstberater. Nachdem Wittrock 1968 nach Düsseldorf gezogen war, begann er 1970 seine Ausbildung im Kunsthandel bei Borgmann in Köln und Kornfeld in Bern. Nach Abschluss der Ausbildung 1973 gründete er bereits 1974 eine eigene Galerie mit dem Schwerpunkt Fotografie (Brassai, Schulz-Dornburg u.w.) und Druckgrafik (Toulouse-Lautrec, Picasso, Tanguy, Kirchner, Nolde, Klee, Mansen u.w.). Zwischen den Jahren 1975 bis 2001 entstanden hierdurch rund 20 monographische- und Lagerkataloge. Es erfolgte außerdem die Teilnahme an verschiedenen Kunstmessen, zuletzt der Art Basel 1995 bis 2002. Wittrock übernahm von 1983 bis 1990 die Beratung und den Aufbau der Sammlung der Deutschen Bank. Als Gastkurator kümmerte er sich um die Vermittlungs- und Ausstellungstätigkeit bei Institutionen wie der Staatsgalerie Stuttgart, der Kunsthalle Düsseldorf oder dem MoMA in New York u.w. Nach einem Umzug 2001 nach Berlin konzentrierte sich Wittrock auf die Vermittlung einzelner Werke, vorrangig von Paul Klee. Zu den von ihm vermittelten Ankäufen zählen auch Max Beckmanns Reise auf dem Fisch für die Staatsgalerie Stuttgart und Selbstbildnis mit Sektglas für das Städel Museum (Frankfurt am Main) sowie Ernst Ludwig Kirchners Frauen am Potsdamer Platz für die Nationalgalerie (Berlin). 1995 gründete er zusammen mit Angelika Fessler-Möller (1919–2002), der Tochter von Ferdinand Möller, aus dem Verkaufserlös restituierter Gemälde die Ferdinand-Möller-Stiftung, deren Vorstand er bis heute ist. Ein Aufgabenschwerpunkt dieser Stiftung war die Drittmittel-Finanzierung der seit 2003 an der Freien Universität Berlin eingerichteten Forschungsstelle „Entartete Kunst“ (bis 2015). Heutige Standbeine der Stiftung sind die Förderung des Brücke-Museums (Berlin) und des Städel Museums (Frankfurt am Main). Seit 1981 ist Wolfgang Wittrock Mitglied der Freunde der Nationalgalerie, Berlin. 1999–2023 fungierte Wittrock als Mitgründer und Vorstand der Pro Humanitate & Arte, e.V. Außerdem ist er Gründungsmitglied der Graphischen Gesellschaft zu Berlin, Vereinigung der Freunde des Kupferstichkabinetts e. V. Wittrock unterstützt auch die Archivarbeit unter dem Ziel, Kunsthandelsarchive für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung zu stellen. So vermittelte er das Archiv Werner Schweiger und das Archiv von Ferdinand Möller an die Berlinische Galerie. 2025 konnte er das Archiv von Christian Herchenröder an das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels vermitteln. Für seine Initiative in der kunsthistorischen Forschung und die Unterstützung sozialer Projekte erhielt Wittrock 2017 das Verdienstkreuz am Bande. Außerdem ist Wolfgang Wittrock stellvertretendes Mitglied des Sachverständigenausschusses des Bundes nach dem Kulturgutschutzgesetz (KGSG) sowie Beiratsmitglied der Stiftung Berlinische Galerie. 2025 erfolgte die Liquidation der Wolfgang Wittrock Kunsthandel GmbH. Im März 2026 erhielt Wittrock in Kooperation mit dem Städel Museum in Frankfurt am Main den „Ernst von Siemens Preis für Kunst und Handel“. Die Auszeichnung würdigt die beispielhafte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kunsthandel und Museen. Das Preisgeld fließt in eine Ausstellung am Städel Museum. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Wittrock (Wikipedia-Autoren, CC BY-SA 4.0, Stand: 22.08.2026)