Hannover, Landeshauptstadt, Wohnhäuser Pfarrlandplatz, Gruppe baulicher Anlagen
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Am Pfarrlandplatz wurde eine vorliegende Straßenplanung leicht modifiziert. Die ursprüngliche Planung sah die Fortsetzung des Straßenrasters nördlich der Elisenstraße vor. Doch nach 1900 setzten sich auch im Stadtbauamt Linden Bestrebungen durch, zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Hebung des Ansehens der Stadt einzelne begrünte, verkehrsabgelegene Plätze zu schaffen. Außer dem Bethlehemplatz entstand in Linden-Nord östlich der Pfarrlandstraße - von der Elisenstraße durch ein Fabrikgrundstück (inzwischen Wohnbebauung) getrennt - durch die Verlegung der Fluchtlinien zwischen Otten- und Hennigesstraße der Pfarrlandplatz als längsrechteckige Freifläche mit Rasen und Baumbestand und umlaufender Fahrbahn, die auf der Nord- und Südseite durch 4 bzw. 6 Wohnhäuser begrenzt wird. Vor der gesamten Häuserfront liegt jeweils ein Vorgartenstreifen; die alten Einfriedungen (verputzte Pfosten und Holzstaket) sind weitgehend erhalten. Es handelt sich um Mietwohnhäuser, einige mit Läden. Ein- bzw. Durchfahrten auf der Südseite deuten auf Gewerbe im Hofbereich. Die zwei- und dreispännigen Gebäude umfassen vier Geschosse und Mansarden. In besonderer Weise betont ist durch ihre Mächtigkeit, diverse Ausbauten, Zwerchhäuser, Giebel und das häufig verwandte Fachwerk - Elemente der Landhausarchitektur - die Dachzone. Vier- oder fünfgeschossige ausluchtartige Vorbauten und Erker, Balkone und Loggien geben den aufgehenden Putzfassaden die zur Dachlandschaft passende raumhaltig bewegte Gliederung. Der Dekor beschränkt sich auf Friese, Zierfelder in der Brüstungszone, kartuschenartige Applikationen und halbsäulenartige Stützen. Die Baukörper fügen sich durch die meist spiegelbildliche Wiederholung der Elemente zu weitgehend symmetrischen Platzfronten zusammen. Diese bis heute erhaltene Einheitlichkeit der Bebauung nimmt nicht wunder, wenn man die Entstehungsgeschichte kennt: Da sich das Gelände in städtischem Besitz befand, konnte der Magistrat unmittelbar Einfluss auf die Gestaltung der Architektur ausüben. Er beauftragte den Architekten H. Schmidt mit dem Entwurf der Häuser und verkaufte die Parzellen jeweils mit dem dazugehörigen Bauplan unter der Auflage, sich strikt an den Entwurf zu halten. Die Bebauung erfolgte 1910-1912.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Linden
- Gemarkung
- Linden
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- Hannover Freizeitheim Linden · 508 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)