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Hannover, Landeshauptstadt, Wohnanlage "Listhof", Gruppe baulicher Anlagen

Wohnanlage · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Hannover, Landeshauptstadt

Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Vier- bis fünfgeschossige Siedlungsbauten der späten 1920er Jahre an den „Vier Grenzen“, die sich hinter der platzartig erweiterten Nordseite der Podbielskistraße und beidseits der zum Mittellandkanal führenden Straße Am Listholze erstrecken. Im Zuge eines Wettbewerbs stellte das Hannoversche Stadtbauamt einen „Bebauungsplan an den Vier Grenzen“ auf, der eine großzügige, in den Innenhöfen begrünte Blockrandbebauung vorsah. Das Zentrum bildet der „Listhof“ mit seiner zur Podbielskistraße ausgerichteten, breitgelagerten und einheitlich gestalteten Fassade, die zugleich städtebaulicher Bezugspunkt in der Achse der Fritz-Beindorff-Allee ist. Dieser fünfgeschossige Kopfbau des Listhofs hat eine werksteinverkleidete Erdgeschoßzone, die der Geschäftsnutzung vorbehalten ist und im Kontrast zu den verputzten oberen Wohngeschossen steht. Das feinteilige Gitternetz der Sprossenfenster, die zum Teil in ein Muster aus plastisch heraustretenden, eingekerbten Putzstreifen eingebunden sind, und mehrgeschossige Dreieckserker in symmetrischer Anordnung stellen die bestimmenden Gliederungselemente dar. Ein über das Erdgeschoss hochgezogener, umlaufender Sockel aus roten Klinkern, den spitzbogig gestaltete Hauseingänge rhythmisieren, strukturiert die viergeschossigen Nebenfassaden. Teilweise setzen hier Erker oder überhöht ausgebildete Treppenhausachsen vertikale Akzente. Einige Eingangsbereiche werden von kleinen Skulpturen flankiert, die Erker sind teils mit Terrakottaplatten nach Entwürfen von Ludwig Vierthaler verziert. Alle Wohnungen wurden über eine mit Koks betriebene zentrale Heizungsanlage, die sich im Innenhof des östlichen Baublocks befindet, mit Warmwasser und Heizungswärme versorgt. Daran schließt eine bis heute von den Mietern genutzte Großgarage an. Im westlichen Innenhof befand sich ein Kindergarten, der im Krieg zerstört wurde.

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)