Hannover, Landeshauptstadt, Welfengarten, Welfengarten
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Der Welfengarten nordöstlich der Nienburger Straße entwickelte sich aus den Anlagen, die zu Anfang des 18. Jahrhunderts für die Halbschwester Georg I. der Gräfin Sophia Charlotte von Platen-Hallermund angelegt wurden und aus dem Entwurf von Louis Remy de la Fosse stammten. Die ursprüngliche Gartenanlage wurde von Ernst August Charbonnier geplant. Im Besitz von König Georg I. entstand ein barocker Garten, der von drei Seiten von einer Graft umgeben wurde. Außerhalb des Gartens wurde ein Nutzgarten- und Wirtschaftsbereich angelegt. Georg II. ließ den Barockgarten durch den Gartenmeister Johann Jonas Christian Tatter zu einem Landschaftsgarten umwandeln. Nordöstlich vom Schloss entstand eine langgezogene Rasenfläche, mit einzelnen Bäumen und Gehölzgruppen an den Seiten und einem Beltwalk entlang der Graft. Im Garten wurden 1828 vermutlich durch Franz Christian Schaumburg Veränderungen durchgeführt. Dabei wurde um 1830 auch die barocke Graft in einen geschwungenen Wasserlauf mit Teichausbuchtungen umgewandelt. Die barocken Strukturen im Nutzgarten- und Wirtschaftsbereich wurden allmählich aufgelöst und zu landschaftlichen Partien umgewandelt. 1859 wurden für die Anlage des Prinzengartens, westlich des Welfengartens Grundstücke angekauft. Der Prinzengarten, von Franz Christian Schaumburg geplant, bot mit seiner ebenen Fläche und der lockeren Pflanzung weitläufige Durchblicke. Es wurde eine fließende Wegeführung mit zurückhaltender Vegetation und ovalen, runden und bohnenförmigen Blumenbeeten gestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Baumbestand zum Großteil zerstört. Mit dem Trümmerschutt des Schlosses wurde 1953 die Graft eingeebnet und im Osten teilweise überbaut. In den 1950er Jahren wurden der Prinzengarten und der Welfengarten, die bis dahin durch eine Mauer und eine Kastanienallee getrennt waren, zusammengelegt. Zum Ende des 20. Jahrhunderts erfolgten weitere Veränderungen. Unter anderem wurde im Nordwesten ein Kinderspielplatz und ein Diagonalweg von der Universität bis zur Hauptmensa am Schneiderberg angelegt. Zwischen 2016-2018 erfolgte die letzte Überarbeitung nach den Plänen von Kamel Louafi und Dörte Eggert-Heerdegen. Hierbei wurde das Wegesystem nochmals überarbeitet und die ehemaligen barocken Strukturen der Graft durch weiße Podeste wieder aufgenommen und sichtbar gemacht.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Hannover
- Adresse
- Welfengarten
- Gemarkung
- Hannover
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Leibniz Universität · 157 m
- Hannover Christuskirche · 451 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)