Hannover, Landeshauptstadt, Welfengarten 1, Welfengarten mit Schloss und Nebengebäuden, Gruppe baulicher Anlagen
Aufnahme: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Der Welfengarten nordöstlich der Nienburger Straße entwickelte sich aus den Anlagen, die zu Anfang des 18. Jahrhunderts für die Halbschwester Georg I. der Gräfin Sophia Charlotte von Platen-Hallermund angelegt wurden und aus dem Entwurf von Louis Remy de la Fosse stammten. Die Gartenanlage wurde von Ernst August Charbonnier geplant. Im Besitz von König Georg I. entstand ein barocker Garten, der von drei Seiten von einer Graft umgeben wurde. Außerhalb des Gartens wurde ein Nutzgarten- und Wirtschaftsbereich angelegt. Georg II. ließ den Barockgarten durch den Gartenmeister Johann Jonas Christian Tatter zu einem Landschaftsgarten umwandeln. Nordöstlich vom Schloss entstand eine langgezogene Rasenfläche, mit einzelnen Bäumen und Gehölzgruppen an den Seiten und einem Beltwalk entlang der Graft. 1816 und 1837 wurde der Oberhofbaurat Georg Ludwig Friedrich Laves mit Umgestaltungsmaßnahmen für das Schloss beauftragt und im Garten wurden 1828 vermutlich durch Franz Christian Schaumburg Veränderungen durchgeführt. Dabei wurde um 1830 auch die barocke Graft in einen geschwungenen Wasserlauf mit Teichausbuchtungen umgewandelt. Die barocken Strukturen im Nutzgarten- und Wirtschaftsbereich wurden allmählich aufgelöst und zu landschaftlichen Partien umgewandelt. 1843-1846 wurden nach Entwürfen des Oberhofbaurates Laves Eisenbrücken über der ehemaligen Graft geschaffen, von der heute noch eine vorhanden ist. Nach dem Abriss des Schlosses Monbrillant 1857 wurde das Welfenschloss durch den Hofbaumeister Christian Heinrich Tramm gebaut. 1859 wurden für die Anlage des Prinzengartens, westlich des Welfengartens Grundstücke angekauft. Der Prinzengarten, von Franz Christian Schaumburg geplant, bot mit seiner ebenen Fläche und der lockeren Pflanzung weitläufige Durchblicke. Es wurde eine fließende Wegeführung mit zurückhaltender Vegetation und ovalen, runden und bohnenförmigen Blumenbeeten gestaltet. Zwischen 1863-1867 entstand im Westen der Marstall. 1879 wurde das Welfenschloss unter dem Baurat Hermann Hunaeus zur Technischen Hochschule umgebaut und das Sachsenross des Bildhauers Wilhelm Wolff Südwestlich vor dem Schloss aufgestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Brücken und der Baumbestand sowie mehrere bis dahin bestehende Gebäude zerstört. Mit dem Trümmerschutt des Schlosses wurde 1953 die Graft eingeebnet und im Osten teilweise überbaut. In den 1950er Jahren wurden der Prinzengarten und der Welfengarten, die bis dahin durch eine Mauer und eine Kastanienallee getrennt waren, zusammengelegt. 1955 wurde im Prinzengarten eine Kindertagesstätte nach Entwürfen von Ernst Zinsser errichtet. Zum Ende des 20. Jahrhunderts erfolgten weitere Veränderungen. Unter anderem wurde im Nordwesten ein Kinderspielplatz und ein Diagonalweg von der Universität bis zur Hauptmensa am Schneiderberg angelegt. Zwischen 2016-2018 erfolgte die letzte Überarbeitung nach den Plänen von Kamel Louafi und Dörte Eggert-Heerdegen. Hierbei wurde das Wegesystem nochmals überarbeitet und der ehemaligen Verlauf der barocken Graft durch weiße Podeste wieder aufgenommen und sichtbar gemacht.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Hannover
- Adresse
- Welfengarten 1,1a,1b
- Gemarkung
- Hannover
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Leibniz Universität · 196 m
- Hannover Lilienstraße · 458 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)