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Hannover, Landeshauptstadt, Siedlung Menzelstraße/Schnabelstraße, Gruppe baulicher Anlagen

Siedlungswesen ➔ Wohnsiedlung (Baukomplex) · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Hannover, Landeshauptstadt

Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Die Grenzen des Stadtteils Oberricklingen bilden im Norden die Bückeburger Allee, im Osten die Frankfurter Allee, im Süden die Straße An der Rehre und im Westen die Bergfeldstraße und die Hamelner Chaussee. Oberricklingen gehörte ursprünglich zur Gemarkung Ricklingen, das 1913 nach Linden und 1920 nach Hannover eingemeindet wurde. Bis zum Ende des 19. Jh. gab es im Gebiet des heutigen Stadtteils keinerlei Bebauung. Die früheste, einheitlich geplante Ansiedlung war die ab 1901 errichtete Siedlung Menzelstraße/Schnabelstraße des Gemeinnützigen Bauvereins Ricklingen. Diese ein Jahr zuvor gegründete Genossenschaft setzte sich vorwiegend aus Beschäftigten der Hannoverschen Waggonfabrik zusammen. Von den zum Erwerb bestimmten 78 Doppelhäusern waren 1925 erst 21 verkauft, aber bereits 1931 befanden sich alle Bauten in Privatbesitz. Die Siedlungsanlage besteht aus zwei Parallelstraßen, die von zwei orthogonal dazu verlaufenden Querstraßen gekreuzt werden (Mansfeldstraße, Martensplatz). An die östliche Querstraße gliedert sich ein größerer quadratischer Platz an, der heute als baumbestandene Grünfläche und Kinderspielplatz genutzt wird. Die freistehenden Gebäude reihen sich auf beiden Seiten der Menzel- und Schnabelstraße aneinander. Auf der südlichen Rückseite der Schnabelstraße und der nördlichen Rückseite der Menzelstraße liegen jeweils größere Gärten (600m² bzw. 450m²). Die gegenüberliegenden Gebäude, die den Mittelblock der Siedlung bilden, sind ohne größere Gärten errichtet worden. Kleine Höfe mit ehemaligen Stallgebäuden bilden nur geringe Freiflächen. Die hinter Vorgärten gelegenen Häuser sind größtenteils zweigeschossig, in wenigen Fällen eingeschossig mit Kniestock. Die zweigeschossigen Bauten bestehen aus einem traufständigen Mittelteil, der von leicht risalitartig vortretenden Seitenflügeln, die giebelständig mit hohen Satteldächern gestaltet sind, eingefasst ist. Die Erschließung erfolgt jeweils seitlich links und rechts durch angebaute Treppenhäuser. Die eingeschossigen Bauten, die nur im östlichen Siedlungsabschnitt auftreten, sind traufständig mit breitem und hohem Zwerchhaus in der Mitte. Die Erschließung ist mit den übrigen Häusern identisch. Die Gestaltung und Materialanwendung ist in den Abschnitten zwischen den Querstraßen jeweils unterschiedlich: Im östlichen Bereich finden sich nur Putzbauten mit Fachwerkobergeschossen, die heute größtenteils mit Asbestzementplatten verkleidet sind. Teilweise wird Backstein als Dekorationselement an Fenstern und Gesimsen eingesetzt. Der Mittelbereich wird ausschließlich durch reine Backsteinbauten, die durch glasierte Ziegelbänder betont sind, bestimmt. Nur noch vereinzelt sind hier die ursprünglich vorhandenen hölzernen Zierkonstruktionen in den Risalitgiebeln erhalten. Der westliche Bereich besteht wieder aus Putzbauten, die hier durch lisenenartige Backsteinstreifen gegliedert sind. Die mit einem Schopfwalm abgeschlossenen Risalite sind im Giebel in Fachwerkkonstruktion errichtet.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Ricklingen
Gemarkung
Ricklingen

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)