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Hannover, Landeshauptstadt, Rote Reihe 8, Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis

Kirche · Einzeldenkmal · Hannover, Landeshauptstadt

Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)

Langgestreckte rechteckige Saalkirche in Werksteinmauerwerk über knapp profiliertem Quadersockel, mit steilem Satteldach in Ziegeldeckung, auf dem Ostgiebel ein kleiner Dachreiter. Fassaden gegliedert durch lisenenartige schmale Strebepfeiler, die bis an den Würfelfries der Traufe gezogen sind. So entstehen am Langhaus sieben gleichmäßige Achsen mit Fensteröffnungen, ein zusätzliches Ostjoch ist leicht eingezogen. Der ursprüngliche Aufriss mit den reliefierten Brüstungsplatten mit Fruchtgirlanden ist heute nur an der Ost- und Westseite erhalten. In der Mittelachse des Schiffs nach Norden und Süden säulenflankierte Portale, die 1666 (i) fertiggestellt wurden. Saalkirche somit 1666-70 unter der Bauleitung von Brand Westermann (1646-1716) als religiöser und städtebaulicher Mittelpunkt der neu entstandenen Calenberger Neustadt durch großzügige finanzielle Förderung des Kaufmanns und Ratsherrn Johann Duve errichtet, am Entwurf war wahrscheinlich auch der seit 1667 in Hannover tätige venezianische Baumeister Hieronimo Sartorio beteiligt. 1691-1700 ergänzt durch den Westturm, der aus dunklen Quadern besteht und von einer mehrfach gegliederten Welschen Haube in Kupferdeckung bekrönt wird. In den unteren Geschossen durch kräftige Gesimse auf Ecklisenen gestuft, das Westportal unter einem von ionischen Pilastern getragenen Dreieckgiebel. 1870-72 durchgreifender Umbau der Kirche, dabei Aufgabe der ursprünglich innen und außen korrespondierenden dreigeschossigen Wandgliederung in den Langhausfassaden, Vergrößerung der Fensteröffnungen sowie Anbau der flankierenden Treppenhäuser am westlichen Joch und Herausnahme des oberen Geschosses aus der ehemaligen Doppelemporenanlage. Weitere Umbauten folgten 1901-03. 1943 ausgebrannt, 1956-58 durch Werner Ziegeler wiederhergestellt, dabei vor allem der Innenraum völlig neu gestaltet mit einer abschließenden Segmentbogentonne auf durchbrochenen Wandpfeilern (das stuckierte Gewölbe der Turmhalle mit Rippen auf profilierten Kämpfern gibt etwa einen Eindruck des vormaligen Dekors). Wiedereinbau einer Empore 1992-94. Ausstattung modern, erhalten sind der hölzerne Taufständer von 1760 (i) und die zwölf Pastorenepitaphe aus dem 17.und 18. Jahrhundert an den Wandpfeilern. In der Südostecke steht die geborstene Grabplatte für Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) mit der Inschrift "Ossa Leibnitii". Die Kirche besitzt zwei besondere Orgeln: 2001 wurde die sogenannte spanische Orgel von Patrick Collon (Belgien) mit 18 geteilten Registern eingebaut nach dem Muster spanischer Barock-Orgeln, 2019 folgte die sogenannte Bach-Orgel des belgischen Orgelbauers Dominique Thomas (auch "Thomas-Orgel") als neue Hauptorgel, die über 51 Register auf drei Manualen und Pedal verfügt. Beide Orgeln wrden von der Hochschule für Musik Theater und Medien Hannover (hmtmh) genutzt.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Hannover
Adresse
Rote Reihe 8
Gemarkung
Hannover

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)