Hannover, Landeshauptstadt, Orli-Wald-Allee 2, Friedhof Engesohde
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Der Friedhof Engesohde erstreckt sich südlich der Straße An der Engesohde zwischen dem Maschsee im Westen und der Orli-Wald-Allee im Osten. Der ursprüngliche Friedhof umfasste die 1861-64 nach Plänen des Stadtbaumeisters Ludwig Droste angelegten elf Abteilungen, die sich unmittelbar westlich an die zeitgleich errichteten Eingangsbauten anschließen. Aufgrund des rapiden Bevölkerungswachstums ist der Friedhof zwischen 1871 und 1877 zunächst nach Westen sowie 1880 nach Südosten erweitert worden. Die einzelnen Quartiere wurden durch ein axiales Wegesystem von Haupt- und Nebenwegen erschlossen, die Kreuzungspunkte der Hauptwege sind zumeist platzförmig erweitert. Erbbegräbnisse und Mausoleen, die die Vielfalt der Grabgestaltung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts repräsentieren, wurden überwiegend an den Hauptwegen und entlang der Friedhofsmauern errichtet.
Die Innenräume der einzelnen Abteilungen sind ab 1902 zunächst nach Plänen des Stadtgartendirektors Julius Trip, ab 1908 durch Heinrich Zeininger und ab 1913 durch Hermann Kube entsprechend den Tendenzen der Gartenkunst des frühen zwanzigsten Jahrhunderts umgestaltet worden: Es entstanden Quartiere mit axialer und zumeist symmetrischer Gliederung, die durch Hainbuchen- und Taxushecken voneinander abgegrenzt werden. Die Wege sind teilweise von Heckenbögen überspannt, und herausragende Familiengrabstätten bilden immer wieder Blickpunkte.
Mitte der 1950er Jahre plante der Gartenbaurat Jacobi eine Erweiterung der Gesamtanlage des Engesohder Friedhofs nach Südwesten. Wegen des hohen Wasserstandes des Maschsees ist er ausschließlich für Urnengräber konzipiert worden, die in den charakteristischen Formvorstellungen der frühen 60er Jahre in unregelmäßig angeordneten Verbänden in großzügige Rasenflächen mit lockeren Pflanzengruppen eingebettet sind. Auch innerhalb der bestehenden historischen Abteilungen gab es Strukturveränderungen, die dem Ideal des Rasenfriedhofs entsprachen und vor allem pflegetechnische Gründe hatten. Seit 1990 wird die historische Friedhofsstruktur durch die Neuanpflanzung von Alleen an den Hauptwegen sowie die Überarbeitung von Gehölzgruppen und Hecken teilweise wieder hergestellt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Hannover
- Adresse
- Orli-Wald-Allee 2
- Gemarkung
- Hannover
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Hilde-Schneider-Allee · 478 m
- Hannover Altenbekener Damm · 657 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)