Hannover, Landeshauptstadt, Hindenburg-Schleuse, Gruppe baulicher Anlagen
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Gesamtanlage der axialsymmetrisch angelegten Doppelschleuse mit zwei 225 Meter langen, 12 Meter breiten und 15 Meter tiefen Schleusenkammern, in denen unabhängig voneinander Schiffe ins Unter- bzw. Oberwasser transportiert werden können. Das entscheidende Novum waren beim Bau die Sparkammern: insgesamt 50 Speicherbecken zu beiden Seiten der Schleusenkammern verhindern einen Wasserverlust. Beim Ablassen des Wassers – der Schleusung ins Unterwasser – nehmen die Sparkammern 75% der Menge auf und führen sie der Schleusenkammer beim Auffüllen – also der Schleusung ins Oberwasser – wieder zu. Diese „Wasserbewegungen“ werden mit Hilfe von Ventilen vorgenommen, die in den 20 oberirdischen Ventilhäuschen gesteuert werden, von denen je fünf in vier Reihen stehen. Die kubischen Gebäude mit ihren auskragenden Kranzgesimsen aus Werkstein und den mit Schiefer gedeckten Pyramidendächern stehen auf quadratischem Grundriss. Sie haben auf jeder Seite jeweils mittig angeordnete und farblich vom rot verputzten Mauerwerk abgesetzte, risalitartige Vorsprünge, in die schmale, vom Werksteinpodest bis zum Kranzgesims verlaufende Glasbausteine anstelle der alten Fenster eingesetzt sind. Der bei jeder Schleusung entstehende Wasserverlust von 25% wird beim Füllen der Schleusenkammern mit Hilfe von Pumpen in einem Umlaufsystem wieder ausgeglichen. Die Pumpanlage befindet sich im Maschinenhaus, einem langgestreckten Bau auf der Westseite des Schleusenunterhauptes. Der Verschluss der Schleusenkammern besteht aus Hubtoren am Unterhaupt und Klapptoren am Oberhaupt, die ebenso wie die Ventile und Schütze auf elektrischem Wege zentral von der die Schleuse überspannenden Kommandobrücke gesteuert werden.
Zur Gesamtanlage der Hindenburgschleuse gehören auch das nordwestlich gelegene Maschinenhaus und die 1920/21 westlich und südlich erbauten Doppelwohnhäuser für die Schleusenwärter. Die schlichten Putzbauten mit Satteldach wurden bis zur Eröffnung der Schleuse von Ingenieuren der Baustelle bewohnt.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Anderten
- Gemarkung
- Anderten
ÖPNV in der Nähe
- Hannover An der Schleuse · 143 m
- Hannover Ostergrube · 405 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)