Hannover, Landeshauptstadt, Herrenhäuser Straße, Großer Garten
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Der Große Garten von Hannover weist eine rechteckige Grundfläche in Südwest Ausrichtung auf. Seine Flächengliederung ist streng geometrisch und in eine Parterre- und eine Boskettfläche eingeteilt. Heute bildet der Große Garten die Entwicklungsphasen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert ab. Die Entwicklung des Barockgartens begann mit der Errichtung des Schlosses ab 1665. Zunächst entstand südwestlich vom Schloss ein Lustgarten, der ab 1696 nach Süden erweitert wurde. Die führende Gartengestaltung übernahm Martin Charbonnier. Am Schloss gliedern sich im Westen und Osten eingeschossige Schlossbauten an, die nach Süden ausgerichtet sind. An diese schließen sich im Osten die Große Kaskade und im Westen die Grotte, mit der Ausgestaltung des Entwurfs von Niki de Saint Phalle im Inneren (2001-2003), an. Im Schlossbereich lagen ursprünglich die Sondergärten (von West nach Ost) das Apfelstück, als heutiger Betriebshof ist, der Feigengarten, der mittlerweile durch die Schlossgastronomie genutzt wird, der fürstliche Privatgarten, der in den 1990er Jahren von Guido Hager entworfen wurde und auf Grundgliederung des ursprünglichen fürstlichen Privatgartens von um 1750 basiert. Daran schließt sich östlich der Orangeriegarten mit Neptunbrunnen an. Dieser wurde 1965 nach einem Entwurf von Karl-Heinrich Meyer in barockisierender Form neu gestaltet. Bei dem Neptunbrunnen handelt es sich um eine Neugestaltung unter Verwendung der barocken Wasserspeier. Der Entwurf von 2008 stammt von Magnus Kleine-Tebbe. Auf diese Gärten folgt südwestlich das Parterre mit Figurenprogramm, das sich aus dem Lustgarten vom Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte und in den 1930er Jahren durch die Stadt Hannover von einem schlichten Rasenparterre in ein Broderieparterre mit umlaufenden Sommerblumenbändern umgestaltet wurde. Die Gestaltung des Parterres orientierte sich in der Grundgestaltung an der alten Flächengröße. Auch die Glockenfontäne im Zentrum des Parterres stammt aus dieser Zeit, wie auch der achteckige Irrgarten und die Aussichtsplattform mit Kastenlinden im Westen. Die davon westlich gelegene Probenbühne stammt aus den 1960er Jahren. Das Heckentheater mit Figurenprogramm und Amphitheater im Osten ist zwischen 1689-1692 unter der Leitung von Bernd Westermann entstanden. Nördlich davon liegt der Königsbusch. Südwestlich des Parterres liegen vier quadratische Wasserbecken, die ursprünglich 1697 als Schwanenteiche ausgebildet wurden und ebenfalls in den 1930er Jahren umgestaltet wurden. Die Wasserbecken bilden die Grenze der Parterrezone und führen in die Boskettzone über. Eine Achse, ausgehend von der Mittelachse des Schlosses, führt nach Südwesten durch den gesamten Garten und verbindet das Schloss und die beiden Gartenteile miteinander. Sie endet im Südwesten in einem Vollmond und in der Querachse der Boskettzone in Halbmonden. Zu Beginn der Boskettzone liegen die acht Sondergärten, Springwassergarten, Rosengarten, Rokokogarten, Niederdeutscher Blumengarten, Inselgarten, Rasengarten, Barockgarten und Renaissancegarten, die ebenfalls in den 1930er Jahren neu gestaltet wurden. Westlich und östlich davon die Boskettgärten mit Holzpavillons, die zu der ursprünglichen Planung des Barockgartens gehörten. Südlich vom „Barock- und Renaissancegarten“ steht das Sophiendenkmal von 1878. Das Grundraster der Boskettzone besteht aus vier Quadraten mit rechtwinkligem Wegesystem und einem Allenkreuz aus Linden. Es wird von Diagonalen überlagert, wodurch 32 Dreiecke, sogenannte „Triangeln“ entstehen, die durch Hainbuchenhecken eingefasst werden. Innerhalb dieser Gartenräume wurden ursprünglich Obstbäume angepflanzt, die durch Laub- und Ziergehölze ausgetauscht wurden. Durch das Raster ergeben sich fünf Wegesterne, deren Mittelpunkte durch Fontänenbecken betont werden. Im Zentrum der südlichen Hälfte liegt das große Fontänenbecken mit der Großen Fontäne von 1720. Die Hauptsichtachse führt auf das Schloss. Weitere Sichtachsen führen unter anderem auf die Grotte und die Kaskade im Norden und die Seitenpavillons. Im Osten, Süden und Westen wird der Garten durch eine 20 Meter breite Graft begrenzt, die von einem grasbewachsenen Wall umgeben wird, um die Anlage vor Überflutungen zu schützen. Im Inneren wird die Graft von einer dreireihigen Lindenallee begleitet. Sie ist auf die Pavillons am Südwestende des Gartens ausgerichtet, die von Louis Remy de la Fosse 1708 entworfen wurden. Die Allee ermöglichte ursprüngliche Blickbeziehungen in die zu der Zeit noch offene Landschaft. Die Friedrikenbrücke von 1840 im Osten der Graft bildet den Übergang in den Georgengarten.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Herrenhausen
- Adresse
- Herrenhäuser Straße
- Gemarkung
- Herrenhausen
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Herrenhäuser Gärten · 617 m
- Hannover Schaumburgstraße · 628 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)